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Ankunft an der Schiffbrücke : Rum auf hoher See: Geschüttelt – nicht gerührt

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Elf Monate lang waren 270 Liter des Getränks mit an Bord eines Frachtschiffes zwischen Hamburg und Sylt.

Seit Wochen treibt Martin Johannsen eine Frage um: Wie verträgt der Rum das nasskalte Wetter Norddeutschlands? Denn das alkoholische Getränk ist äußerst verwöhnt – jedenfalls, was die Temperaturen bei Herstellung und Reifeprozess betrifft. Für gewöhnlich wird Rum in südlichen Ländern mit tropischen Temperaturen produziert, etwa in Brasilien, karibischen Staaten oder auf Mauritius.

So auch der 13 Jahre alte Rum in dem 300-Liter-Eichenfass, das Rumhaus-Inhaber Martin Johannsen gestern vom Segelfrachtschiff „Undine“ an der Schiffbrücke in seinen Wagen verlädt. „Der Rum kommt aus Jamaika.“ Allerdings sei dieses gelieferte Produkt nur eine Art Rohware. „Wir fertigen daraus verschiedene Rumsorten.“ Für seine neueste Kreation in dem 300-Liter-Fass grübelt Johannsen über einen Namen. „Um diesem Rum sein besonderes Aroma zu verleihen, ist er elf Monate lang an Bord des Frachtseglers „Undine“ zwischen Hamburg und Sylt unterwegs gewesen.“

Dabei stamme die Idee gar nicht von ihm, sondern von dem Schiffskapitän Torben Hass. „Zu dem Zeitpunkt wollte ich das Schiff ohnehin zu einem Ladungstransporter umfunktionieren“, sagt Hass. „Da wir uns beide kennen, schlug ich Herrn Johannsen die Idee mit dem Rum vor.“

Und der war sofort Feuer und Flamme. „Denn der Rum muss im Fass bewegt werden, am besten hin- und hergeschaukelt, damit er mit dem dem Holz arbeitet und sein Aroma entfaltet.“

Über mangelnde Bewegung kann sich der Rum nicht beklagen, sagt Kapitän Hass. „Im Frühjahr schwappte eine 6-Meter-Welle über das Schiff hinweg und die Stürme Christian und Xaver hat der Rum auch auf See erlebt.“ Zusätzlich beeinflussten die Meerluft und der Wind das Aroma.

Damit sich dieses frei entfalten konnte, füllte Johannsen das Eichenfass nicht komplett auf, sondern ließ 30 Liter frei. Inwiefern sich diese Maßnahme und die knapp einjährige Reise auf das Rum-Aroma ausgewirkt haben, weiß er noch nicht. „Ich bin sehr gespannt auf die ersten Geschmacksproben.“

Davon hängt ab, ob Johannsen Kapitän Hass ein zweites Rumfass mit an Bord gebe. Überlegungen gibt es bereits.

 

Eine Verkostung findet voraussichtlich im März statt. Weitere Infos dazu bei Martin Johannsen, Telefon 0461/25200.

 

 

 

 

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erstellt am 21.Jan.2014 | 08:00 Uhr

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