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Integrationskonzept : Rückenwind für Neu-Flensburger

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Jeder fünfte Einwohner kommt aus einer Einwandererfamilie. Die Stadt schreibt das Integrationskonzept bis 2022 mit konkreten Angeboten fort.

Flensburg | Barbara Winkler (68) ist vielleicht die bekannteste Flensburgerin mit Migrationshintergrund. Die Amerikanerin lebt seit 38 Jahren in Flensburg und ist Vorsitzende des Runden Tisches für Integration. Dort arbeiten 40 bis 50 Ehrenamtliche seit sechs Jahren ganz praktisch an der Umsetzung des Integrationskonzeptes der Stadt für die gut 10 000 Ausländer und fast 20 000 Personen aus Einwandererfamilien. Es geht zum Beispiel um die Einbindung in die Stadtteilforen zwischen Weiche und dem Flensburger Norden, Gesundheitsangebote von mehrsprachigen Ärzten oder zweisprachige Lesungen in der Bücherei.

Gestern stellten Winkler, die beiden Fachbereichsleiter Horst Bendixen (Jugend und Soziales) und Uta Weinerdt-Höfer (Einwohnerservice und Willkommenskultur) zusammen mit Koordinator Peter Rohrhuber die Fortschreibung des Flensburger Integrationskonzept bis 2022 vor. Ursprünglich sollten Konzept und Broschüre über das „Zusammenleben in Flensburg“ bereits im Herbst vorgelegt werden – doch da verschob die Flüchtlingskrise die Publikation, berichtete Sozialfachbereichsleiter Horst Bendixen gestern: „Wir schätzen das selbst so ein, dass wir eine Willkommenskultur tatsächlich leben.“ Man habe sich verständigt, das Hauptaugenmerk auf jene Ausländer und Zuwanderer zu richten, die langfristig in Flensburg leben, sagte Bendixen weiter. Wie viele der zuletzt mehr als 1000 Asylbewerber und unbegleiteten jugendlichen Ausländer das sind, kann man im Rathaus auch nur schätzen: Vielleicht 40 bis 50 Prozent, weil es manchen auch in die Ballungszentren ziehe – vielleicht aber auch mehr, weil es sich in Flensburg schließlich gut leben lasse.

Welche Gründe außer Vertreibung, Krieg, Studien- und Arbeitsplätzen Menschen aus der Ferne nach Flensburg ziehen? „Die Liebe“, sagt Barbara Winkler und grinst: „Es ist unglaublich, wie viele Leute nach Flensburg gekommen sind, weil der Partner hier war.“ Schließlich sei Flensburg eine sehr schöne Stadt. Und Uta Weinerdt-Höfer hofft: „Wenn Menschen erfahren, welches bürgerliche Engagement es in Flensburg gibt, macht es Lust darauf, hier zu leben.“

Bendixen befürchtet für die wachsende Stadt indes: „Es wird Grenzen geben, sowohl auf dem Wohnungs- als auch auf dem Arbeitsmarkt.“

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erstellt am 23.Mär.2016 | 11:00 Uhr

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