Stadtteile in Flensburg : Rude – das Dorf in der Südstadt

An der jüngsten Baustelle des Viertels: Edgar Möller (links) und John Krieger beim Start des Bauvorhabens an der Straße Rude im Dezember.
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An der jüngsten Baustelle des Viertels: Edgar Möller (links) und John Krieger beim Start des Bauvorhabens an der Straße Rude im Dezember.

Zwischen Bahnhof und Stadtrand geht es um die Verbesserung der Verkehrssituation, um Klimaschutz und Bauprojekte

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05. Januar 2018, 10:36 Uhr

Wie würden Sie das Besondere an Ihrem Stadtteil/Viertel beschreiben?
Die Rude ist ein in sich abgeschlossenes innerstädtisches Wohngebiet und hat den Charakter eines Dorfes mitten in der Stadt. Die Mischung von Mehrfamilienhäusern mit Einfamilienhäusern (Lundweg, Backensmühle, Fuchskuhle) und die Anbindung an ein Gewerbemischgebiet bietet auch heute noch die Verbindung von Wohnen und Arbeiten (kurze Wege), die so woanders kaum noch zu finden ist. Die Bewohner der Rude fühlen sich in diesem Stadtteil sehr wohl und bleiben oft sehr lange in/mit diesem Stadtteil verbunden und wohnen.

Auf welchem Gebiet hat sich im Stadtteil im Jahr 2017 etwas bewegt?
Derzeit werden in dem Straßenzug Rude Wohnhäuser aus den 50er Jahren durch den SBV abgerissen und durch neuen Wohnraum ersetzt. Des weiteren sah es lange so aus, als würde der einzige Hausarzt auf der Rude keinen Nachfolger finden würde. Der Hartnäckigkeit des alten Arztes ist es zu verdanken, dass eine Lösung gefunden wurde. In der Schleswiger Straße, auf dem Gelände der ehemaligen Aral-Tankstelle, ist ein Neubau mit bis zu acht Etagen geplant. Das führt innerhalb dieses Quartieres bei den Bewohnern zu Diskussionen.
Die Entscheidung für den zentralen Krankenhausstandort am Rande des Stadtteils wird diesen in Zukunft ebenfalls beeinflussen.
Freude herrscht auf der Rude über das Quartierbüro „Prima Klima auf der Rude“, das donnerstags zwischen 16 und 18 Uhr Sprechzeiten anbietet (Tegelbarg 5). Hier können sich Bewohner der Rude rund um das Thema „Klimaschutz“ informieren.

Was ist dagegen das größte Thema, das 2017 im Stadtteil liegengeblieben ist?
Die Wahl eines neuen Vorsitzenden des Rude-Forums steht seit einiger Zeit an, aber bislang konnte noch keine Nachfolge gefunden werden. John Krieger wird das Amt des Vorsitzenden nicht mehr ausüben können.


Wie soll es mit diesem Thema weitergehen und wie könnte es vorankommen?
Das Projektteam „Prima Klima auf der Rude“ wird im Rahmen des Klimaforums regelmäßige Veranstaltungen auf der Rude anbieten, die zwar themenspezifischen Aspekte des Klimaschutzes gewidmet sind, aber für die Rudaner dennoch ausreichend Raum bieten, um zusammenzukommen, sich auszutauschen und eigene Themenwünsche einzubringen. Langfristig erhoffen wir uns, dass sich ein neuer Vorsitz für das Rude-Forum finden lässt.
Welches weitere Thema wollen Sie 2018 anpacken?
Viele der bereits genannten Projekte des Teams „Prima Klima auf der Rude“ werden 2018 in die Praxis umgesetzt und eröffnen dadurch weitere Beteiligungsmöglichkeiten. Aber auch das Bauvorhaben Rude 1-21 und das an der Schleswiger Straße werden 2018 ein großes Thema bleiben. Als gemeinsames Projekt zwischen dem SBV und dem Projektteam „Prima Klima auf der Rude“ bestehen Bestrebungen, eine „gläserne Baustelle“ einzurichten. Das heißt, der Baufortschritt und insbesondere der umgesetzte energetische Standard, Vor- und Nachteile verschiedener Bauteile bzw. Baustoffe und die Klimabilanz des Neubaus an der Rude sollen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Auch ist im Sommer 2018 wieder ein „Sommerfest auf der Rude“ geplant. Viele Akteure der Rude (z.B. Kirche, Rude-Forum, Prima Klima auf der Rude, SBV, Sportpiraten u.v.m) werden in der Merveldstraße bei der Pauluskirche und auf dem „Acker“ für Spiel und Spaß sorgen. Außerdem wird der ruhende wie auch besonders der sich kreuzende Verkehr – Fußgänger, Radverkehr und Auto – ein Thema sein.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Kontakt zwischen Forum und Rathaus?
Der Kontakt-und Informationsweg zwischen Rathaus / Stadtverwaltung und dem Forum funktioniert sehr gut; es hat sich in dieser Hinsicht viel getan, was sehr begrüßt wird.

Wie beurteilen Sie das erste Amtsjahr der Oberbürgermeisterin mit Blick auf den Einsatz für Ihren Stadtteil?
Bisher gibt es keine spürbaren Auswirkungen.

Was wünscht sich Ihr Stadtteilforum von der neuen Flensburger Ratsversammlung, die im Frühjahr gewählt wird?
Zum einen die Stadtteilarbeit nicht zu vernachlässigen und die Arbeit der Stadtteilforen weiter zu unterstützen. Zum anderen, die sich für die Rude auch in Verbindung mit der Veränderung des Bahnhofsumfeldes bis hin zum Neumarkt auswirkenden Wegebeziehungen und Verbindungen zu beachten.

Welches Thema in Ihrem Stadtteil hätte mehr Aufmerksamkeit verdient?
Fußläufige Anbindung des Bahnhofes an die Rude. Durchstich des Tunnels oder Aufzug zur Schleswiger Straße. Andere Verkehrsführung der Husumer Straße zwischen Tegelbarg und Zur Bleiche. (Haltemöglichkeiten, zwei Abbiegerspuren in die Straße zur Bleiche). Die mittlere (ruhige) Wegeverbindung vom Tegelbarg über die Straße Rude vorbei an den Kleingärten bis zur alten Fußgängerbrücke über die Umgehung und damit der Anbindung an Weiche (wurde einmal von den Verkehrsplanern entwickelt).

Morgen: Fruerlund

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