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Management-Studenten : Royaler Glanz für den Europa-Campus

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Prinzessin Marie von Dänemark spricht bei der Absolventenfeier der deutsch-dänischen Studiengänge in Flensburg

Es ist im Morgengrauen, als vor dem Audimax nacheinander fünf Flaggen in den Himmel über dem Flensburger Hochschulcampus steigen – zuerst die europäische, dann die dänische und die deutsche, schließlich die Schleswig-Holstein-Flagge und die Flensburger mit den beiden Löwen. Zwei Stunden später fährt hier, eskortiert von der Flensburger Polizei, Prinzessin Marie von Dänemark vor. Es ist das erste Mal, dass die Gattin von Prinz Joachim, dem jüngsten Sohn von Königin Margrethe, die Stadt und den Campus besucht.

Die königliche Visite geht auf eine Einladung des Instituts für Internationales Management von vor zwei Jahren zurück. Der Hof hat lange Vorlaufzeiten. Um so besser passt es, dass der Besuch mit dem 20. Geburtstag der deutsch-dänischen Studiengänge zusammenfällt.

Nach Generalkonsul Henrik Becker-Christensen, Jens Oddershede, Rektor der Syddansk Universitet, und Flensburgs Uni-Präsident Werner Reinhart wird die Französin im Audimax zuallererst von einer sehr jungen Dame begrüßt: Greta (3) wartet in ihrem pinkfarbenen Kleidchen schon auf die Prinzessin, um ihr einen Blumenstrauß zu überreichen. Ganz wichtig für das Blumenmädchen: Der Strauß muss mit Perlen besetzt sein. „Haaaallo“, haucht das Kindergartenkind Prinzessin Marie zu, die auf Augenhöhe Gretas kniet.

Doch nicht nur für das Töchterchen von Wirtschaftsprofessor Berthold Hass ist es der erste königliche Kontakt. Auch Uni-Präsident Werner Reinhart, Amerikanist mit pfälzischen Wurzeln, kann sich – jedenfalls in seiner präsidialen Amtszeit – bislang nur an eine Weinkönigin erinnern.

„Der Studiengang hat Sie verändert. Sie sind kompetenter, weiser, klüger und bewusster geworden“, lobt Prinzessin Marie von Dänemark die rund 70 Absolventen des Internationalen Institutes für Management und ergänzt: „Ihre interkulturelle Kompetenz wird immer wichtiger.“ Da ihr universitäre Forschung und Bildung sowie die grenzüberschreitende Region Sønderjylland besonders am Herzen liegen, unterstützt sie die Syddansk Uni (SDU), die gemeinsam mit der Uni Flensburg grenzüberschreitende Studiengänge anbietet: „Die Lage der Hochschulen an der deutsch-dänischen Grenze ist einzigartig“, erklärt Prinzessin Marie.

Die 70 Absolventen hätten in den deutsch-dänischen Studiengängen „das Beste aus beiden Kulturen erhalten“, versichert ihnen die Prinzessin, „und diese interkulturelle Dimension, die sie nicht nur studiert, sondern auch erfahren haben, ist in der Wirtschaftswelt sehr wichtig.“ Die gebürtige Pariserin hat selbst Wirtschaft und Marketing studiert und arbeitete früher als Finanzmaklerin in Genf für eine Investmentfirma: „Bleiben Sie auf Ihrem Weg. Ich wünsche Ihnen das Beste“, schließt Prinzessin Marie ihren Vortrag.

Der Rektor der Syddansk Universitet, Jens Oddershede, sieht die Absolventen gut gerüstet für den Umgang mit Unsicherheit und Stress, den ein Berufseinstieg auch bedeuten könnte. Zur Zusammenarbeit der SDU und dem Flensburger Campus sagt er: „Wir sind noch nicht am Ende damit, unsere Kooperation zu entwickeln.“ Werner Reinhart, Präsident der Uni Flensburg findet: „Wir sind Grenzüberschreiter aus Leidenschaft“, und skizziert die Zukunft als „Europa-Universität“, deren Herz aus der deutsch-dänischen Zusammenarbeit bestehe. Den Besuch von Prinzessin Marie von Dänemark interpretiert er als ein „implizites Votum für eine internationale Partnerschaft, für Toleranz und Vielfalt, für Empathie und interkulturelle Kompetenz“.

Für die Absolventen berichten Henrieke Groth und Wanda Neubacher von den Reaktionen auf ihre Studien am Internationalen Institut für Management und ökonomische Bildung: „Früher hieß das Betriebswirtschaftslehre. Was soll denn dieser International-Schnickschnack“, seien sie zuweilen gefragt worden, berichten die Management-Studentinnen. Zum internationalen Teil gehöre auch das Pølser-Essen bei Annie’s Kiosk in Süderhaff an den Ochseninseln. Und zu den Schlüsselqualifikationen gehöre: Wie komme ich mit Laptop, Kabeln, Drucker und Büchern am besten in die Bingo-Halle nach Krusau?

Laura Ditzel mit dem Master-Abschluss in der Tasche erklärt, warum sie sich in ihrer Heimatstadt Bonn nach dem BA-Studium in Gießen glücklicherweise für das Master-Studium in Flensburg entschieden habe. Sie sei begeistert von der wunderschönen Innenstadt und davon, dass sie studieren durfte, wo andere Urlaub machen. Kleine, persönliche Kurse statt Massen-Uni und gemeinsames Grillen an der Förde. Ob die junge Dame weiß, dass der Posten des Tourismusmanagers in Flensburg derzeit nur kommissarisch besetzt ist?

 


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erstellt am 12.Okt.2013 | 00:35 Uhr

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