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Flensburger Schiffbau-Gesellschaft : Roter Riese läuft vom Stapel

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das „Well Intervention Schiff“ soll zur Pflege von Offshore-Ölfeldern im Tiefseebereich eingesetzt werden.

shz.de von
erstellt am 01.Okt.2015 | 11:00 Uhr

Flensburg | Ein 160 Meter langer Riese zog gestern die Blicke am Flensburger Hafen auf sich. Es handelt sich dabei um das erste von zwei Offshore-Spezialschiffen für die Reederei Siem Offshore – das erste „Well Intervention Schiff“ für die Reederei lief am Mittag bei der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) vom Stapel.

Ein Auftrag quasi aus dem eigenen Haus: Der norwegische Konzern Siem Industries hatte die Werft vor ziemlich genau einem Jahr übernommen. Der Auftrag wurde bereits im Februar 2014 vergeben. Das High-Tech-Produkt, das auf den Namen „Helix 1“ getauft wurde, soll bei Arbeiten an Ölförderplattformen im Tiefseebereich zum Einsatz kommen. Neben der Pflege und Verbesserung der Förderleistung der Quellen können, wie die Werft mitteilt, auch Wartungsarbeiten ausgeführt werden und Quellen nach Erschöpfung sicher zurückgebaut und versiegelt werden. Da diese Schiffe somit zum Einsatz an „lebenden“ Ölquellen kommen werden, würden höchste Anforderungen an die Positionierbarkeit, Sicherheit und Ausfallsicherheit gestellt.

Ausgestattet ist das leuchtend rote Schwergewicht mit einem Hangar und einem Kontrollraum für mehrere große, ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge. Damit können Wartungsarbeiten an Ölförderplattformen auch in für Taucher nicht mehr erreichbaren Wassertiefen erfolgen. Außerdem verfügen beide Neubauten über Kräne, die Lasten von bis zu 250 Tonnen in einer Tiefe bis zu 3000 Metern ruhig halten können, und einen „Moonpool“ – eine acht mal acht Meter große Öffnung im Schiff.

Dieser Einbau ist notwendig, um die Steigleitung der Ölförderanlage mit dem Schiff verbinden zu können. Diese Öffnung im Schiff ist verstärkt und mit speziellen Wellenbrechern ausgestattet, um die Wasserstandsschwankungen im „Moonpool“ zu minimieren.

Da das Schiff mit dem Rohöl der Ölquellen in Berührung kommen wird, sind aufwändige Vorkehrungen zur Vermeidung von negativen Umwelteinflüssen und auch zur Vermeidung von Explosionsgefahren zu treffen, etwa ein Notabschaltungssystem im Falle eines Öl- oder Gasaustritts, wobei auch in diesem Fall die Funktionsfähigkeit des Schiffes zu gewährleisten ist. Die Unterkünfte für Besatzung und Spezialisten an Bord werden nach Unternehmensangaben hochwertig ausgestattet und erfüllen bezüglich des Komforts Passagierschiff-Anforderungen. Die Einrichtungsfläche ist vergleichbar mit der von der FSG gefertigter Passagierfähren.

Die 31 Meter breiten Schiffe sind auch für den Einsatz in der Arktis ausgerüstet und haben eine Höchstgeschwindigkeit von 17 Knoten (31,5 Kilometern pro Stunde).  150 Personen finden Platz an Bord.

 

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