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Kultur in Flensburg : Romantisches Geburtstagskonzert im Audimax

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Hochschulorchester mit Kult-Dirigent Theo Saye begeistert das Publikum im Audimax

shz.de von
erstellt am 07.Feb.2015 | 17:44 Uhr

Flensburg | Was haben die beiden Komponisten Alexander Glasunow und Carl Nielsen gemeinsam? Sie haben vor 150 Jahren das Licht der Welt erblickt. Anlass genug, die beiden im Stil unterschiedlichen Tonkünstler in einem Konzert zu würdigen. Und so lud am Donnerstag das Flensburger Hochschulorchester zu einem großartigen Konzert in das voll besetzte Audimax der Universität.

Festlich mit würdiger Eleganz begann das Orchester unter der bewährten Leitung von Theo Saye. Ein Markenzeichen von Glasunows glanzvoller Ouverture solennelle op. 73 aus dem Jahre 1900, die in der Tradition der russischen Ouvertüren steht, welche die Tonsprache Michail Glinkas, Peter Tschaikowskijs und Johannes Brahms gleichermaßen zu huldigen scheint.

Theo Saye führte mit kenntnisreichen Worten und espritreichem Witz durch das Programm, der auch Erhellendes zum Violinkonzert op. 33 und seinem Schöpfer Carl Nielsen wusste.

Karsten Dalsgaard Madsen war Solist in diesem mehrteiligen, poetisch-romantischen Konzert. Obwohl bei den haarsträubend schwierigen Kadenzen der Konzertmeister des Sonderjyllands Symfoniorkesters gerne wohl einen sechsten Finger gebraucht hätte, versprühte das Werk eine nordische Melancholie ohne mitreißende Außenwirkung, welches im Vergleich zu anderen Violinkonzerten relativ unspektakulär daherkommt. Der eine oder andere wird Anklänge an Nielsens fast zeitgleich entstandener dritten Sinfonie bemerkt haben, die 1912 mit dem Violinkonzert zur Aufführung kam.

Das Orchester begleitete Karsten Dalsgaard Madsen, der guten Kontakt zum Dirigenten hielt und mit feinem Strich den Solopart spielte, sehr konzentriert mit hohem Gestaltungswillen. Dieser kam auch in Ludwig van Beethovens berühmter, umfangreicher Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 mit dem Beinamen „Eroica“ zum Tragen. Saye wählte für seine Interpretation ein umsichtiges Tempo und kitzelte so die ganze Beredsamkeit der Rhythmik und Kontrapunktik heraus.

Die Streicher spielten geschmeidig und einfühlsam, das gemütliche Hauptthema der Celli im Kopfsatz gestaltete sich mit sahnigem Schmelz, die sehr gut intonierenden Bläser brachten Harmonie und Farbe ins Spiel. Die zahlreichen Oboensoli, wie das trauermarschartige im langsamen Satz, blies Jule Bass herzerwärmend mit goldenem Ton. Trotz einiger kleinerer konzentrationsbedingter Wackler im Zusammenspiel im filigranen, eklig schwierigen Scherzo, zeigte das Orchester insgesamt eine klasse Leistung, wofür es stürmischen Applaus erhielt.









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