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Hoch und trocken : Rolldocks Jungfernfahrt endet im Dock

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Auf Kundenwunsch nach Odense: Der Antriebsstrang des in Flensburg entwickelten Prototyps soll sicherheitshalber noch einmal inspiziert werden. Weil die FSG keine eigenen Dockkapazitäten vorhält, führte die erste Reise nach Fünen

shz.de von
erstellt am 19.Dez.2013 | 12:00 Uhr

Die Flensburger Schiffbau Gesellschaft hat ihren jüngsten Neubau an den Kunden übergeben. Aber das erste Ziel der „Rolldock Star“ war kein Handelshafen – sondern eine Werft. Um 18.15 Uhr verließ der Spezialfrachter am Dienstag den Flensburger Hafen, um 8 Uhr gestern morgen erreichte das Schiff die Staalskibsværft Odense, wo die „Rolldock Star“ umgehend eingedockt wurde.

Bei der FSG war niemand besonders glücklich über den Boxenstopp in Dänemark. Anfang Dezember war das Spezialschiff nach einer ausführlichen Erprobungsfahrt im Kattegat von der holländischen Rolldock-Reederei abgenommen worden und sollte eigentlich schon am 12. Dezember abgeliefert werden. Wie ein FSG-Sprecher auf Anfrage sagte, ging die „Rolldock Star“ ins Trockendock, um die Wellenanlage zu überprüfen. Da die Werft keine eigenen Dockkapazitäten vorhält, war Odense die nächstbeste Lösung. Der FSG-Sprecher betonte, dass die technische Abnahme aller Systeme des hochkomplexen Schiffs reibungslos verlaufen sei. Der Termin in Odense sei auf Kundenwunsch hin erfolgt und gehöre zum Servicepaket, das bei derartigen Aufträgen selbstverständlich sei. Die FSG habe Techniker und Ingenieure vor Ort.

Mit der „Rolldock“ betritt die über Jahrzehnte auf den Bau von RoRo-Schiffen spezialisierte FSG ein neues Marktsegment. Im Serienschiffbau war das Flensburger Unternehmen durch fortwährende Optimierung ihrer Konstruktionen zum Weltmarktführer aufgestiegen. Ende September hatte die FSG mit der „Oceanex Connaigra“ für eine kanadische Reederei ihren ersten Prototypen abgeliefert.

Die „Rolldock“ ist im Vergleich mit dem für Container und LKW-Gespannen konzipierten ConRo-Schiff um einiges komplexer. Der 151 Meter lange Transport-Spezialist ist mit seinen zwei Liebherr-Kränen (Tragkraft zusammen 700 Tonnen), und der 1500 Tonnen tragenden Heckrampe für komplizierteste Transporteinsätze ausgelegt. Die technische I-Tüpfelchen aber besteht in der Fähigkeit der „Rolldock“, den Rumpf bei geöffneter Heckklappe durch Aufnahme von 8000 Tonnen Ballastwasser um etwa sieben Meter abzusenken und bis zu 3000 Tonnen schwere schwimmende Einzellasten nach dem Float-inFloat-Out-Prinzip aufzunehmen. Das Manöver war in der Nacht zum 2. Dezember in der Bucht von Wassersleben mit Erfolg geprobt worden. Ein Schwesterschiff des anspruchsvollen Prototypen ist im Bau und soll im Frühjahr an den niederländischen Kunden ausgeliefert werden.

Ein weiterer Prototyp liegt an der Ausrüstungspier. Die „Amazon Warrior“ soll nach ihrer Fertigstellung für das weltweit in der Exploration von Öllagerstätten tätige Unternehmen „WesternGeko“ als Forschungsschiff zum Einsatz kommen. FSG-Geschäftsführer Peter Sierk wertet die Ablieferung der „Rolldock“ als Nachweis dafür, dass sich die FSG den neuen Herausforderungen des Marktes erfolgreich stellen kann. „Unsere Zukunft liegt eindeutig im Spezialschiffbau. Wenn wir weiter so fokussiert vorgehen wie in den vergangenen drei Jahren wird mir um die FSG nicht bange.“

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