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Hochschule Flensburg : Ringvorlesung greift nach den Sternen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Hochkarätige Referenten bereichern neue Reihe an der Hochschule über Raumfahrt und Astronomie

shz.de von
erstellt am 31.Mai.2017 | 06:22 Uhr

Die Europäische Weltraumorganisation, die European Space Agency, kurz Esa, ist so etwas wie die jüngere europäische Schwester der Nasa, der amerikanischen Weltraumbehörde. Die Organisation der Esa basiert auf dem freiwilligen Zusammenschluss von europäischen Staaten. Seit fast zwei Jahren ist Professor Johann-Dietrich („Jan“) Wörner der Generaldirektor der Esa. Am 13. Juli ist er zu Gast auf dem Flensburger Campus und der Referent, der eine neue Ringvorlesung der Hochschule zu Raumfahrt und Astronomie beschließt. Der 1954 in Kassel geborene Wörner wird in seinem Vortrag „Esa – die europäische Nasa?“ die Ähnlichkeiten und die Unterschiede von Nasa und Esa darstellen und die veränderte Positionierung der heutigen Raumfahrt im Vergleich zu den Aktivitäten im Kalten Krieg erläutern.

Diplom-Ingenieur Rainer Christiansen von der Hochschule Flensburg, der auch für das Menke-Planetarium und die Sternwarte in Glücksburg verantwortlich ist, hat die öffentliche Ringvorlesung organisiert. Seit 1995 betreibt die Hochschule die Sternwarte und das Planetarium, im Jahr 2000 übertrug die Eigentümerfamilie Menke beide Einrichtungen an die Hochschule. Die Ringvorlesung mit vier Vorträgen findet allerdings auf dem Flensburger Campus statt und startet am 8. Juni.

Mit einem gebürtigen Schleswig-Holsteiner: Dr. Holger Sierks ist in Eutin geboren. Der 56-jährige Physiker ist seit 2009 Principal Investigator des Rosetta/Osiris-Teams und mehrfach von Esa und Nasa ausgezeichnet worden. Sierks ist beim Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen beschäftigt. Als Rosetta-Experte wird er in seinem Vortrag sprechen: „Von Steilhängen und Staubfontänen – Der Rosetta-Komet“.

Das Thema eine Woche später am 15. Juni heißt „Rosetta Flight Operations Challenges – How and why we orbited and landed on a comet“. Diese Fragen klärt der italienische Wissenschaftler Andrea Accomazzo. Er leitet seit 2013 die Solar and Planetary Missions Division der Esa und ist verantwortlich für alle Missionen, die noch in der Vorbereitung zum Flug sind. Accomazzo hat bei der italienischen Luftwaffe eine Basis-Pilotenausbildung erhalten. In Mailand wurde er Ingenieur. Für die Esa in Darmstadt arbeitet er bereits seit 1999. Vielen interessierten Beobachtern der Rosetta-Mission zum Kometen 67P ist Andrea Accomazzo bereits bekannt, heißt es in der Mitteilung über die Referenten. Legendär seien die Szenen in den Live-Übertragungen der Esa beim Anflug auf den Kometen und bei der Landung des Kometen-Landers Philae.

Am 22. Juni dann sind „Dunkle Energie und Riesenteleskope“ an der Reihe. Dazu spricht Prof. Jochen Liske von der Hamburger Sternwarte, einem Institut des Fachbereichs Physik der Universität Hamburg. Liske hat in Bonn Physik studiert, in Sydney promoviert und seinen Postdoc in Edinburgh und St. Andrews absolviert. Liskes wissenschaftliche Interessen liegen in der extragalaktischen Astronomie und der beobachtbaren Kosmologie, insbesondere der Entwicklung von Galaxien. Darüber hinaus trägt er zur Entwicklung neuer astronomischer Instrumente bei. Liske betreut den Hubblecast und den ESOcast der Europäischen Südsternwarte. Vor seiner Zeit in Hamburg war er Astronom an der Europäischen Südsternwarte in Chile und hat an der wissenschaftlichen Auslegung des jetzt im Bau befindlichen European Extremely Large Telescope (EELT) mitgewirkt.


Würdenträger – Wissenschaftler


Prof. Jan Wörner beschließt die Ringvorlesung mit seiner Gegenüberstellung von Nasa und Esa. Bevor er Generaldirektor der Esa wurde, war er von März 2007 bis Juni 2015 Vorsitzender des Vorstands des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Wörner hat Bauingenieurwesen an der Technischen Universität Berlin und der Technischen Hochschule Darmstadt studiert. 1982 ging für einen Forschungsaufenthalt zum Thema Erdbebensicherheit von Kernkraftwerken für ein Jahr nach Japan. 1990 kehrte Wörner zur Technischen Hochschule Darmstadt zurück, wo er zum Professor für Bauingenieurwesen ernannt wurde und die Leitung der Prüf- und Versuchsanstalt übernahm. Als Präsident der TU Darmstadt leitete er die Geschicke der Universität von 1995 bis 2007 und führte sie als eine der ersten in Deutschland in die Autonomie.

Die Liste an Wörners Auszeichnungen ist endlos. Unter anderem erhielt er die Ehrendoktorwürde der New York State University in Buffalo, der Technischen Universitäten von Bukarest und Ulan Bator, der Universität St. Petersburg für Wirtschaft und Finanzen und der École Centrale de Lyon. Er ist Träger des Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Unter anderem wurde damit sein kontinuierlicher Einsatz für den wissenschaftlichen Nachwuchs in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik („Mint“) gewürdigt. Und Wörner ist Ritter der französischen Ehrenlegion, war Vizepräsident der Helmholtz-Gemeinschaft und außerdem Mitglied in nationalen und internationalen Aufsichtsratsgremien, Beiräten und Kuratorien. Zu erleben ist er am 13. Juli im Audimax.

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