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Flensburg : Riesige Anteilnahme: Leser helfen Lisa Mahrt nach Tod von Kater Mika

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Eine Flensburgerin versuchte ein junges Fundtier aufzupäppeln und blieb auf den Kosten sitzen – bis jetzt.

Flensburg | Die Resonanz war überwältigend. Selten hat ein Artikel in unserer Zeitung eine derart große Welle an Hilfsbereitschaft und Anteilnahme hervorgerufen wie „Die letzten Tage des kleinen Katers Mika“.

Wie berichtet, hatte die Flensburgerin Lisa Mahrt sich des kranken Tieres, das sie bei einem Spaziergang aufgelesen hatte, angenommen. Nach fünf Tagen aufopferungsvoller Hilfe musste der Kater eingeschläfert werden.

Lisa Mahrt, die einen anstrengenden Job im Schichtdienst einer Jugendhilfe-Einrichtung zu erledigen hat und finanziell nicht auf Rosen gebettet ist, blieb anschließend auf den Pflege- und Tierarzt-Kosten sitzen. Etwa 300 Euro hatte sie ausgegeben, um das Leben des erst zehn Wochen alten Katzenjungen zu retten.

Unmittelbar nach Erscheinen des Textes am Mittwoch vor einer Woche stand das Telefon bei Lisa Mahrt und ihren Eltern nicht mehr still. „Nach der Arbeit musste ich bestimmt 40 Anrufe beantworten“, sagt die 32-Jährige. In der Redaktion gingen zudem unzählige Mails ein, Briefumschläge mit Geldscheinen wurden abgegeben. Und immer ein paar warme Worte dazu: „Weil mein Herz gerade für die schlägt, die keine Lobby haben, schlägt es auch für die, die sich um Hilfsbedürftige ganz konkret kümmern, auch um Tiere wie den schwer erkrankten Kater Mika“, schreibt etwa Gyde Kuchcinsky. Sie wünsche sich, dass auch in Zukunft Menschen wie Lisa Mahrt beherzt helfen und diese Hilfsbedürftigen – Menschen wie Tiere – nicht ihrem eigenen Elend überlassen würden. „Menschen wie Frau Mahrt können nicht die ganze Welt retten, aber sie lindern Schmerz und Leid vor Ort. Und wenn jemand nur ein paar schöne Stunden Zuwendung und Lebenszeit gewonnen hat, wie es bei dem Kater offenbar der Fall war, dann ist solche Hilfe nicht vergebens.“ Eine andere Leserin schreibt: Sie haben richtig gehandelt – und viele wissen jetzt, wie sie sich zu verhalten haben.“ Und Christa Bundesen teilt ihre Meinung via Telefon mit: Es könne nicht angehen, empört sie sich, „dass man dafür bestraft wird, wenn man einem Tier hilft“. Es werde ohnehin in unserer Gesellschaft zu oft weggeschaut.

Im sozialen Netzwerk Facebook finden sich viele Einträge und „Gefällt-mir“-Bekundungen. Das Verhalten der Flensburgerin wird darin durch die Bank gelobt. „Ich habe selber mal vier Findelkinder im selbem Alter aufgenommen und die Tierarztkosten selbst getragen“, berichtet Franziska Maibaum. Sie sei damals sehr dankbar für die Hilfe gewesen, die sie von Freunden bekommen habe. „Alle vier samt Mutter haben Gott sei Dank überlebt. Es tut mir sehr leid um diese kleine Fellnase. Großes Lob an Lisa für ihren Einsatz!“

Auch Willy Sandvoß, Vorsitzender des Flensburger Tierschutzes, bot seine Hilfe an. Der Verein wolle gern eine Tierarztrechnung übernehmen. Doch das wird kaum noch nötig sein. Lisa hat inzwischen genug Mittel zusammen, um ihre Auslagen zu kompensieren. Eventuell überschüssiges Geld will sie dem Tierheim spenden. Und noch immer ist sie dabei, ihre „Fanpost“ zu beantworten. „Alle haben mir ungeheuer geholfen“, bedankt sie sich für das unerwartete Feedback. „Das macht mich glücklich und berührt mich zutiefst.“

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erstellt am 25.Feb.2015 | 14:30 Uhr

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