Flensburg : Rettungswache West bald in Betrieb

Ein schlichter Zweckbau: Die Rettungswache wird nach genauen Vorgaben der Krankenkassen gebaut, die die Einsätze am Ende bezahlen müssen.
Ein schlichter Zweckbau: Die Rettungswache wird nach genauen Vorgaben der Krankenkassen gebaut, die die Einsätze am Ende bezahlen müssen.

Die Bauarbeiten am Quakenweg sind weit fortgeschritten. Leichtes Gemurre gibt es aber bei den Rettern wegen der winzigen Ruheräume.

shz.de von
12. Januar 2015, 14:34 Uhr

Am Rande einer Kleingartenkolonie im Quakenweg entsteht derzeit Flensburgs dritter Standort für den Rettungsdienst. Gestiegene Einsatzzahlen und akuter Platzmangel auf dem Gelände der Berufsfeuerwehr am Munketoft machten den Bau einer weiteren Rettungswache notwendig. In der neuen Rettungswache West wird es drei Stellplätze für Rettungswagen (RTW) geben. „Das Grundstück am Quakenweg wurde taktisch ausgewählt“, berichtet Rainer Blaas von der Berufsfeuerwehr, die in Flensburg auch den Rettungsdienst betreibt.

„Wir haben bereits eine Rettungswache Ost, die von der Firma Promedica betrieben wird. Somit machte für die neue Wache nur ein Standort im Westen der Stadt Sinn“, so Blaas weiter. „Die günstige Anbindung an die B199 und die B200 sind ideal und spielen uns beim Einhalten der gesetzlichen Hilfsfrist in die Karten.“ Nicht nur die verbesserte Anbindung an die Einsatzbereiche im Westen und dem Umland waren Gründe für den Bau der zweiten Außenwache. In den letzten neun Jahren haben sich die Einsatzzahlen der Rettungswagen fast verdoppelt. Waren es 2006 noch 15  618 Rettungsdiensteinsätze, die von der Berufsfeuerwehr und dem Rettungsdienst Promedica gefahren wurden, so galt es 2013 bereits 27  400 Einsätze zu bewältigen. „Der Platz auf dem Gelände der Berufsfeuerwehr ist begrenzt, nicht nur für die Feuerwehrfahrzeuge, auch für die Rettungswagen reichen die vorhandenen Stellflächen nicht mehr aus“, so Blaas. Schon jetzt stehen einige der insgesamt zehn RTW, die am Munketoft vorgehalten werden, in Räumlichkeiten, die eigentlich für andere Zwecke vorgesehen sind. Mit dem Bau der neuen Rettungswache wird zumindest etwas Entlastung geschaffen, drei Fahrzeuge wechseln bald in den Quakenweg.

324 Quadratmeter Gebäudefläche stehen dem Rettungsdienst nach der geplanten Fertigstellung im zweiten Quartal des Jahres zur Verfügung. Hinter den großen Rolltoren wird Platz für drei Rettungswagen sein, im hinteren Gebäudeteil befinden sich unter anderem die Sozial- und Ruheräume. „Es handelt sich bei der Rettungswache West um einen absoluten Nutzbau“, so Blaas, „der exakt nach den Vorgaben der Krankenkassen gebaut wird.“ Die Vorgaben der Kassen stießen bei der von der Berufsfeuerwehr ins Leben gerufenen Arbeitsgruppe „Rettungswache West“ nicht unbedingt immer auf Begeisterung. „Besonders die Größenvorgaben für die Ruheräume der Mitarbeiter sorgten anfangs für etwas Unmut“, erklärt Blaas, „die fünf identisch gestalteten Ruheräume sind gerade einmal 5,83 Quadratmeter groß.“ Neben einem Bett passen gerade noch ein kleiner Tisch und ein Stuhl in den Raum. Der rund eine Million Euro teure Bau wird außerdem ein medizinisches Lager, einen Reinigungsbereich, einen Schmutzraum, Umkleideräume mit Duschen, eine Küche und einen Aufenthaltsraum erhalten.

Beim Bau der Rettungswache treten die Krankenkassen als Investor auf, die Stadt Flensburg als Bauherr und die Berufsfeuerwehr werden Mieter sein. Voraussichtlich ab Mai werden vom Quakenweg aus rund um die Uhr Rettungswagen zu Notfalleinsätzen ausrücken können. Um besonders in der Nacht die Belastung für die Anwohner durch ausrückende Fahrzeuge mit Martinshorn zu minimieren, lässt sich die Ampelanlage Am Friedenshügel von der Wache aus auf Grün schalten, so das im Notfall dem Rettungsdienst freie Fahrt gewährt wird.

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