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Steinberg : Rettungsschwimmer Robert kommt wieder

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Zum sechsten Mal unterstützt Robert Niciejewski aus Polen die DLRG am Strand der Seebadeanstalt in Norgaardholz.

„In Norgaardholz fühle ich mich wie Zuhause“, sagt der 45-jährige Robert Niciejewski aus Koszalin (Köslin/Westpreußen). Er hat zum sechsten Mal Quartier in der Seebadeanstalt bezogen und unterstützt die örtliche DLRG sechs Wochen lang beim Wachdienst. Daheim ist er Sportlehrer an einer Berufsschule und einem Lyzeum. Er ist zudem Rettungsschwimmer bei der WOPR (Wodne Ochotnicze Pogotowie Ratunkowe), dem polnischen freiwilligen Wasserrettungsdienst, entsprechend der DLRG (Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft).

Mitgekommen ist sein Sohn, der elfjährige Joachim. In Norgaardholz hat er das Schwimmen bei seinem Vater erlernt und seine Prüfungen vom Seepferdchen bis hin zum Juniorretter abgelegt, am Ostseeman-Mini-Triathlon in Glücksburg teilgenommen. Ganz nebenbei hat er Deutsch gelernt, spricht diese Sprache mittlerweile perfekt. Das gleiche gilt für Vater Robert. Der hat im vergangenen Jahr in Koszalin mit einem dreijährigen Germanistik-Studium begonnen. Norgaardholz hat ihn zum Studium motiviert.

Der gute Kontakt der DLRG Norgaardholz mit der WOPR entstand vor rund 25 Jahren im Rahmen des deutsch-polnischen Jugendaustauschs. Zunächst hatte es Roberts Bruder Krystof 15 Mal nach Norgaardholz gezogen. In dessen Fußstapfen ist Robert getreten. Und der Rettungsschwimmer aus Polen lobt: „Eine gute Station, eine gute DLRG-Ortsgruppe, eine gute Wachmannschaft.“ Und schon jetzt steht für ihn fest, das er im nächsten Jahr wieder nach Norgaardholz kommen wird: „Anruf genügt“, sagt er.

Von Mitte Juli bis zum Ende der schleswig-holsteinischen Sommerferien stehen freiwillige Wachgänger im Dienst der Seebadeanstalt. Derzeit sei es relativ ruhig, berichtet der stellvertretende DLRG-Vorsitzende Thomas Kahl aus Steinberghaff. Aber dennoch müsse man bereit stehen, den Strand, die Brücke und das Meer im Blick haben. Allein mit eigenen Rettungsschwimmern lasse sich der Wachdienst nicht bewerkstelligen. Da sei es gut, dass es den Zentralen Wasserrettungsdienst gebe, der Rettungsschwimmer zur Verstärkung entsende. Denn zur Minimalbesetzung gehören ein Wachleiter, ein Bootsführer und zwei Rettungsschwimmer. Deshalb sei Robert Niciejewski aus Koszalin unentbehrlich, sagt Kahl.

Der Mann aus Polen ist derzeit für das Ferienschwimmen in der Ostsee zuständig. Vor allem Jungen und Mädchen vom nahe gelegenen Campingplatz, die hier mit ihren Eltern die Ferien verbringen, nutzen dieses Angebot. Neun Jahre alt ist Frederike aus Mühlheim an der Ruhr. Sie hat bei Robert das Schwimmen erlernt und in den vergangenen Jahren auch das Seepferdchen- und das Bronze-Schwimmabzeichen abgelegt. In diesem Jahr ist nun das Silberabzeichen dran. Ihre Eltern sind voll des Lobes. Robert, sagen sie, sei stets gelassen und verständnisvoll – und die Kinder vertrauen ihm.

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