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Wechsel an der Hafenspitze : Restaurant Heimathafen in Flensburg ist Geschichte – kommt Gosch?

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Restaurant an der Hafenspitze wechselt den Betreiber: Eine Neueröffnung nach Umbau ist Anfang 2018 geplant.

shz.de von
erstellt am 10.Okt.2017 | 06:21 Uhr

Flensburg | Heimathafen in schwerer See. Ein unscheinbarer Aushang kündigt das drohende Unheil bereits an: „Montag und Dienstag Ruhetag. Mittwoch bis Sonntag ab 17 Uhr geöffnet. Veranstaltungen nach Absprache jederzeit möglich.“ Aber: Der Verein zur Erhaltung der östlichen Altstadt wollte am Dienstag in dem Restaurant an der Hafenspitze tagen, erhielt prompt eine Absage und musste kurzfristig auf eine andere Gaststätte ausweichen. Anfragen nach Hochzeitsfeiern in größerer Gesellschaft wurden darüber hinaus negativ beschieden.

Gerüchte, die sich seit Monaten hartnäckig in der Gastro-Szene halten, haben sich nunmehr zur Gewissheit verdichtet: Der Pächter gibt auf. Die Brauerei als Inhaber der Immobilie und Betreiber Marco Grenz werden getrennte Wege gehen. Das bestätigte Brauerei-Chef Andreas Tembrockhaus am Montag gegenüber dem sh:z.

Wie aber kann es angehen, dass eine Lokalität in einer derart exklusiven Lage am Wasser genauso untergehen kann wie einst das Bellevue? Sind zwei schlechte Sommer und müde Winter allein dafür verantwortlich?

Es gab Indikatoren. Zeugen berichten von mangelhafter Qualität der Speisen. Ein Umstand, der sich schnell herumspricht. Das Personal habe zudem oft überlastet gewirkt. Beispiel: Als an einem Tag im August die Wasserterrasse nur zu Hälfte gefüllt war, musste man hungrige Gäste damit abspeisen, dass die Küche wegen Überlastung für mindestens eine halbe Stunde keine Bestellungen mehr annehmen könne. Mit dem Ruf des Lokals, dass mit viel Tamtam und Vorschusslorbeeren im Herbst 2015 gestartet war, ging es stetig bergab. Die Tatsache, dass Geschäftsführer Marco Grenz, der sich zu dem Vorgang auf Nachfrage nicht äußerte, weniger Präsenz vor Ort zeigte, als ursprünglich erwartet, mag auch ein Faktor gewesen sein. Ein Lokal steht und fällt oft mit dem Wirt. Doch der war und ist mit seinen gastronomischen Betrieben in Stuttgart stark ausgelastet.

All das blieb der Brauerei natürlich nicht verborgen. „Sicher fehlte ein Wirt mit Herzblut, ein Kümmerer“, sagt Geschäftsführer Tembrockhaus. Man habe das anders erwartet und abgesprochen. Er sei enttäuscht von der Entwicklung, verweist im gleichen Atemzug aber darauf, dass an diesem Standort bislang noch kein Pächter glücklich geworden sei. „Und das spüren die Gäste.“

Doch die Eigentümer blicken nach vorn. Man befinde sich, so heißt es vorsichtig, in aussichtsreichen Verhandlungen mit einem potenziellen neuen Betreiber. Auf die Frage, ob damit Gosch gemeint sei, antwortet Tembrockhaus nach kurzem Überlegen: „Da ist was dran – und ich wäre glücklich damit.“

Der Sylter Fischkönig ist bereits mit einer Filiale im Citti-Park vertreten, die Top-Lage an der Hafenspitze dürfte auch für ihn reizvoll sein. Tembrockhaus ist sich sicher: „Er könnte uns allen nützen.“ Auch in der kritischen Nebensaison dürfte das Restaurant nach Überzeugung der Brauerei gut frequentiert werden.

Der Heimathafen also ist schon jetzt Vergangenheit, er wird demnächst geschlossen, umgebaut und vermutlich Anfang des Jahres als Gosch wieder auferstehen. Tembrockhaus: „Da weiß man, was man hat.“

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