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Streit im Lippenstift im Supermarkt : Rentner unter Diebstahlverdacht: Unglückliches Missverständnis?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Angeblich haben die Hockerups einen Lippenstift geklaut. Von einer Anzeige will der Supermarkt nun absehen.

von
erstellt am 21.Jan.2016 | 16:43 Uhr

Flensburg | Der Fall hatte für Aufsehen gesorgt. Anfang Januar waren Hannelore und Georg Hockerup, beide weit über 70 Jahre alt, schwer in der Bredouille geraten. Die Eheleute aus Flensburg wurden nach einem Einkauf im Sky-Markt an der Marienallee als vermeintliche Ladendiebe identifiziert. Der Marktleiter belegte sie daraufhin mit einer Geldbuße von 100 Euro und sprach ein für fünf Jahre geltendes Hausverbot aus. Zusätzlich stellte man noch eine Strafanzeige in Aussicht.

Angeblich hatte das Ehepaar einen Lippenstift im Wert von 5,30 Euro mitgehen lassen, der nach dem Gang zur Kasse im Einkaufswagen auftauchte – unbezahlt. Georg Hockerup beteuert bis heute: „Es war ein Versehen!“ Er will die Sache nicht auf sich beruhen lassen und hofft auf vollständige Rehabilitierung. Zumal er bis dato weder eine Entschuldigung noch eine Stellungnahme der Firma Coop in dieser Sache erhalten habe. Dies teilte er dem Unternehmen auch schriftlich mit.

Zwar habe sich, heißt es darin, ein Angestellter aus Kiel telefonisch gemeldet und um einen Gesprächstermin gebeten, aber zu einer schriftlichen Erklärung oder Stellungnahme sei man nicht bereit gewesen. „Wir sind bis zur Stunde nicht offiziell darüber informiert, ob die vom Marktleiter ausgesprochenen Maßnahmen auch weiterhin Bestand haben.“ Angeblich sei dem Personal ein Maulkorb angelegt worden, das über diesen Vorgang nicht mehr sprechen dürfe. „Wir werden diese Angelegenheit nicht als erledigt betrachten!“, heißt es abschließend.

Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Unternehmenssprecherin Katharina Rehm teilte mit, dass man nunmehr von weiteren Maßnahmen absehen werde. „Wir verzichten ausdrücklich auf eine Anzeige als auch auf die Bearbeitungsgebühr von 100 Euro und das Hausverbot.“ Man wolle nicht mehr ausschließen, dass es sich bei dem zugrunde liegenden Vorfall um ein unglückliches Missverständnis handele. „Sie können versichert sein“, schreibt Katharina Rehm, „dass es nicht in unserer Absicht liegt, unsere Kunden bloßzustellen. Dennoch haben unsere Mitarbeiter in Flensburg nach Vorgabe gehandelt.“

Das Unternehmen bedaure, dass der Stammkunde eine Klärung des Sachverhalts durch den Vertriebsleiter abgelehnt habe. Man bitte erneut um ein persönliches Gespräch – ein letztes Mal. Georg Hockerup will sich diesem Angebot nicht verschließen, wie er dem sh:z mitteilte. „Dann will ich es gut sein lassen – und vielleicht können wir dann endlich wieder gut schlafen.“

 

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