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Flensburger Tageblatt

22. September 2017 | 13:51 Uhr

Rekord: Diako hat das kleinste EKG der Welt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Flensburger Oberarzt hat einem Patienten einen Mini-Herzmonitor zur Langzeitmessung eingesetzt

shz.de von
erstellt am 23.Apr.2014 | 13:26 Uhr

Das Gerät ist so groß wie drei Streichhölzer und kann den Herzrhythmus des Patienten drei Jahre lang ständig überwachen: Nach einigen wenigen Kliniken in Deutschland ist nun erstmals im Flensburger Diakonissenkrankenhaus (Diako) einem Patienten ein Miniatur-Langzeit-EKG eingesetzt worden. „Mit einer kleinen, speziellen Spritze wird das Gerät unter die Haut gebracht“, erklärt Dr. Ulrich Rauschenbach, Oberarzt der Diako-Klinik für Innere Medizin, der das Mini-EKG implantiert hat.

Zum System gehört auch ein neuer Patientenmonitor, ein vereinfachtes Fernmonitoring-System, das von praktisch jedem Ort der Welt aus die diagnostischen Daten des Implantats an den Arzt übermittelt. „Der Arzt wird automatisch benachrichtigt, wenn beim Patienten zwischen zwei regulären Arztterminen bedeutsame kardiale Ereignisse auftreten“, so Rauschenbach.

Starkes Herzrasen oder auch kurzzeitige Aussetzer, Luftnot und Schwindel bis hin zur Ohnmacht sind nicht selten die Folge von Herzrhythmusstörungen, an denen mehrere hunderttausend Menschen in Deutschland leiden. „Es sind Störungen der normalen Herzschlagfolge, das Herz gerät aus dem Takt“, sagt Prof. Christoph Garlichs, Chefarzt der Diako-Klinik für Innere Medizin. Das bekannte Vorhofflimmern zum Beispiel ist eine Rhythmusstörung der Herzvorhöfe. Wird es nicht erkannt und behandelt, steigt das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Das Problem: Diese so genannten Arrhythmien treten oft nur unregelmäßig oder in großen zeitlichen Ab-ständen auf. Eine Untersuchung selbst mit einem Langzeit-EKG zeigt dann auch keine Auffälligkeit an, eine gezielte Diagnose ist schwer.

Das neue Mini-EKG-System ermöglicht jetzt, über Jahre hinweg die Patienten kontinuierlich und drahtlos zu überwachen. Treten die Arrhythmien auf, so kann viel schneller als bisher eine Diagnose gestellt und eine adäquate Therapie eingeleitet werden. Und ist die Ursache der Herzrhythmusstörung gefunden, kann das Gerät mit einem kleinen, kurzen Eingriff wieder entfernt werden. „Der neue und weltweit bisher kleinste Herzmonitor wird in einem minimalinvasiven Verfahren eingesetzt und macht die ganze Maßnahme für Arzt und Patienten schneller und einfacher“, sagt Rauschenbach.

Chefarzt Garlichs spricht in diesem Zusammenhang „von einem weiteren wichtigen Baustein einer Reihe von Innovationen“, die kurz- und mittelfristig in der Diako-Kardiologie eingeführt werden sollen. Garlichs: „Mit diesen Neuerungen können wir vielen Menschen in der Region Flensburg helfen.“

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