Urlauber-Boom in Flensburg : Rekord: 311 000 Übernachtungen

Warten auf den Sommer an der Hafenspitze: Das Gast- und Beherbergungsgewerbe meldet hohe Zuwächse in der Stadt.
Warten auf den Sommer an der Hafenspitze: Das Gast- und Beherbergungsgewerbe meldet hohe Zuwächse in der Stadt.

Tourismus-Chef Gorm Casper meldet stärkste Zuwächse im Weihnachtsgeschäft 2017

20170914-75R_5632.jpg von
22. Februar 2018, 07:54 Uhr

Der Wirtschaftsfaktor Tourismus und Gastgewerbe wird in Flensburg immer wichtiger. Die Stadt zählte im vergangenen Jahr genau 311 603 Gäste-Übernachtungen – das sind 8,9 Prozent oder gut 25 000 Gäste mehr als 2016 (Schleswig-Holstein: plus 6,0). Noch besser steht Flensburg bei den Ankünften da, also bei der Gesamtzahl der Besucher. Sie stieg um rekordverdächtige 17,1 Prozent auf rund 190 000. Im gesamten Land kamen 5,2 Prozent mehr Gäste an. Ganz weit vorn findet sich Flensburgs Städtetourismus auch im gestern veröffentlichten Weihnachtsreisegeschäft. Für den Dezember meldet Flensburg bei den Übernachtungen mit 23 600 ein Plus von 20,3 Prozent und bei den 15 400 Ankünften 23,1 Prozent Steigerung – ebenfalls die besten Werte der großen Kommunen im Land.

Gorm Casper von der Tourismus-Agentur Flensburger Förde (Taff) kommt bei den Gründen vom großen Ganzen bis in die Region: „Alle profitieren von der unsicheren internationalen Lage, und in Deutschland profitiert die Ostseeküste am stärksten“, erklärt der Taff-Chef. Und an der Ostsee profitiere Schleswig-Holstein stärker als Mecklenburg-Vorpommern: „Wir sind mit den neuen Hotelbauten viel attraktiver geworden“, sagt Casper und nennt neben den großen neuen Hotelbetrieben rund um den Flensburger Hafen explizit auch Glücksburg und Holnis. „Das sind jetzt die Magnete.“ Das überragende Ergebnis im Weihnachtsgeschäft, aber auch die insgesamt kürzeren Verweildauern erklärt Casper mit dem unverändert boomenden Tourismus aus Dänemark. Flensburg sei überall in Dänemark bekannt – viel bekannter als die anderen Städte. Und: „Wir können ein stimmiges Produkt vermarkten.

Die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) schlug gestern auch kritische Töne an. Von den hohen Gäste-Zahlen profitierten auch Gaststätten, Restaurants und Kneipen. „Damit die Besucher auch gern wiederkommen, brauchen wir jedoch mehr geschultes Fachpersonal. Minijobber allein stemmen keinen Boom“, sagt NGG-Geschäftsführer Finn Petersen. An die Arbeitgeber appelliert der Gewerkschafter, deutlich mehr für eine attraktive Berufsausbildung zu tun. „Nur wenn Bezahlung und Arbeitszeiten stimmen, werden wir künftig genügend Köche und Kellner haben.“ Dazu gehöre, dass Chefs die Arbeitszeiten ihrer Beschäftigten genau aufschreiben. Nur so lasse sich verhindern, dass Löhne geprellt und Umsonst-Überstunden zur Regel würden.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen