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Westliche Höhe in Flensburg : Reitbahn-Halle nicht zu retten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Krisengespräch zwischen TSB Flensburg, Stadtverwaltung und Politik: Langfristig führt kein Weg an einem Ersatz vorbei.

Keine Hoffnung für die alte Turnhalle An der Reitbahn: Das Gebäude ist aufgeschlissen, zeigt ein neues Gutachten der Stadt. Für die 750 Sportler des TSB Flensburg, die als alleinige Nutzer der Reitbahn-Halle seit dem 27. Juni keine Sportstätte mehr haben, zeichnet sich gleichwohl ein Hoffnungsschimmer ab. Nachdem die Diskussion zwischen Stadt und Verein nicht immer sachlich geführt worden war, kam es am Mittwoch dann doch zu einem Gespräch, das beide Seiten als konstruktiv bezeichneten. An der Schließung der Halle ändert sich zwar nichts, aber für eine Lösung des Problems wollen beide Seiten kooperieren. Das ist Ergebnis eines Gesprächs zwischen Vertretern von Verein, Politik und Verwaltung.

Die gute Nachricht ist (noch) eine Absichtserklärung. Weil die angespannte Situation langfristig nur durch einen Hallenersatzbau gelöst werden könne, würde die Stadt ein vom TSB ins Spiel gebrachtes eigenes Bauvorhaben nachhaltig unterstützen, teilt Verwaltungssprecher Clemens Teschendorf mit. Bis Ende des Jahres sollen die grundsätzlichen sportpolitischen Interessen der Stadt mit den vereinspolitischen Zielen des TSB abgeglichen und mögliche Verfahren und Standorte konkretisiert sein.

Das ändert nichts an der schlechten Nachricht. Der TSB Flensburg muss die betroffenen Mitglieder kurzfristig woanders unterbringen. Mitten in den Sommerferien eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit – auch wenn die Stadtverwaltung hilft. Niemand weiß das besser als die hauptamtliche Sportlehrerin Birthe Hufnagel. Statt Ferien macht sie Stundenpläne für 50 Turngruppen mit 750 Mitgliedern, die aktuell kein Dach über dem Kopf haben. Schon zu Zeiten, als die Halle An der Reitbahn funktionierte, war diese Planung angesichts zu geringer Kapazitäten eine Mission „impossible“. Jetzt wird es noch ein bisschen unmöglicher. Größtes Problem: Der steigende Bedarf der Schulen, die ihr Betreuungs- und Unterrichtsangebot immer weiter in den Nachmittag ausdehnen. Die Reitbahnhalle stand ganztags zur Verfügung. „Wir müssten im Prinzip um 14 Uhr beginnen; aber da sind die Schulsporthallen alle noch belegt!“ Das nächst größere Problem: In den Ferien sind die meisten Ansprechpartner im Urlaub und nicht zu erreichen. Schlechte Voraussetzungen für jemanden, der innerhalb der nächsten drei Wochen verbindliche Regelungen absprechen muss, die womöglich in Stundenpläne der Schulen eingreifen. Noch gar nicht gelöst das Problem der Geräte: Über die Jahre wuchs in der Reitbahnhalle ein großer Bestand an Geräten, die spezifisch an den Bedarf des TSB angepasst waren. „Wo sollen wir die jetzt sicher zentral lagern?“, fragt Hufnagel. Allergrößtes Problem: „Wenn es uns nicht gelingt, das Reitbahn-Angebot auf der Westlichen Höhe zu halten, werden wir Mitglieder verlieren“, sagt die Hauptamtliche. „Der Standort hier ist traditionelles Einzugsgebiet – und zwei Drittel unserer Turner kamen zu Fuß zum Sport.“ Im Vorstand des TSB, der sich gerade anschickte, die 5000er-Marke zu knacken, ist die Stimmung daher eher gedämpft. „Das wird negative Auswirkungen haben“, meint Sönke Voß, der 2. Vorsitzende. Er fürchtet um das fein austarierte Konstrukt, das über eine breite Basis die Förderung des Spitzensports überhaupt erst ermöglicht. Für ihn steht fest: „Das wird eine Fahrt, auf der wir mehrfach Grundberührung haben werden.“

 

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erstellt am 01.Aug.2014 | 08:00 Uhr

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