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Flensburger Tageblatt

26. September 2017 | 13:15 Uhr

Schwemme : Reifeprüfung für vier Gymnasien

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wie die Flensburger Schulen sich auf den doppelten Prüfungs-Jahrgang vorbereitet haben – am Fördegym gibt es 2018 gar kein Abitur

shz.de von
erstellt am 19.Mai.2016 | 19:17 Uhr

Auf den Schreibtischen der Gymnasiallehrer des Landes stapeln sich dieser Tage die Abitur-Klausuren und harren der Bewertung. Mitunter sind es doppelt so viele Arbeiten wie im Vorjahr. Schleswig-Holstein ist das letzte Bundesland, das zwei Jahrgänge zum Abitur führt. Hier wurde zum Schuljahr 2008/2009 vom neunjährigen (G9) auf den achtjährigen (G8) Bildungsgang umgestellt. In diesem Schuljahr bilden die Schüler des ersten G8-Bildungsganges und die Schüler des auslaufenden G9 den doppelten Abitur-Jahrgang.

Die meisten Abiturienten hat in diesem Schuljahr die Auguste-Viktoria-Schule. In neun Klassen sind 192 Schüler unterrichtet worden, weiß die stellvertretende Schulleiterin Martina Burchardi. Im Vorjahr waren es noch 103 in fünf Klassen. In Vorbereitung auf den doppelten Abi-Jahrgang habe man vor drei Jahren – als die gemeinsame, dreijährige Oberstufe für G8 und G9 begann – sehr genau hingesehen, um Doppelbelastungen zu vermeiden, sagt Burchardi etwa mit Blick auf die Unterrichtsverteilung. Beinahe jeder Lehrer an der AVS sei in die Korrekturen involviert. Ab 20 Arbeiten werde ein Korrekturtag gewährt. Und wenn alles vorbei ist, wird an der AVS auch doppelt gefeiert – bei zwei Entlassfeiern. Je 500 bis 600 Gäste werden erwartet, sagt Burchardi und ergänzt, dass zum Abi-Ball sogar 1200 Gäste in die Flens-Arena kommen sollen.

An der Goethe-Schule hat sich in diesem Jahr die Zahl der Abiturienten tatsächlich auf 150 glatt verdoppelt. Das führe zwar bei den betroffenen Lehrern zu erheblicher Mehrbelastung, so Schulleiter Arnd Reinke. Wie an anderen Schulen auch versuche man, diese Kollegen zu entlasten – zum Beispiel dadurch, dass sie am Sporttag, an dem eigentlich alle Lehrer dabei sein müssen, zum Korrigieren freigestellt werden. Durch die Korrekturbelastungen würde nur „sehr sehr wenig Unterricht ausfallen“, hin und wieder würden Schüler Arbeitsaufträge bekommen, an denen sie dann auch ohne Anwesenheit eines Lehrers arbeiten.

Man habe sich aber auf die jetzige Situation schon vor drei Jahren vorbereitet, so Reinke. Man habe genau überlegt, welche Lehrer in welchen Klassen eingesetzt werden und dabei schon das Jahr 2016 antizipiert. Bei den mündlichen Prüfungen Ende Juni stehe man vor einem ähnlichen Problem. Für diese Prüfungen nehme man sich aber einen Tag mehr Zeit.

Das Alte Gymnasium hat in diesem Schuljahr 179 Schüler (in acht Klassen) bis zum Abi geführt. 90 Schüler haben hier im Vorjahr die Reifeprüfung absolviert, weiß Schulleiter Christoph Kindl. Mit schriftlichen Prüfungen sind insbesondere die Lehrer in den Kern- und Profilfächern befasst. Dazu zählen neben Deutsch, Mathe und Englisch andere Fremdsprachen, sagt Kindl, und darüber hinaus Musik und Physik. Bei den mündlichen Prüfungen sei Biologie der Spitzenreiter, aber auch Religion beliebt. Selbstverständlich habe man etwa bei der Unterrichtsverteilung „Fürsorge“ walten lassen und versucht, „die Belastung gleichmäßig und gerecht zu verteilen“, sagt Schulleiter Kindl. Schulintern ist am Alten Gymnasium geregelt, ab wann ein Erst- und ab wann ein Zweitkorrektor von Abi-Prüfungen einen Korrekturtag beantragen kann, und zwar ab 18 Erstgutachten beziehungsweise ab 36 Zweitgutachten.

Zu den elf Schulen im Land, die ein reines G9-Gymnasium sind, gehört das Fördegymnasium Flensburg – zum Schuljahr 2011/2012 fiel der Entschluss. Wie alle anderen Schulen in Schleswig-Holstein auch, machen jetzt zwei Jahrgänge am Fördegymnasium Abi. Das seien in diesem Jahr 130 Schüler in sechs Klassen, sagt Frithjof Höhnke. Im vorigen Schuljahr waren es rund 70, schätzt der Schulleiter. Sorgfältige Unterrichtsverteilung und Korrekturtage sollen hier ebenfalls helfen, die Belastung erträglich zu machen, hofft Höhnke. Wie viele Tage für Korrekturen gewährt werden, hänge auch davon ab, wie sehr ein Lehrer dadurch entlastet wird, dass für den 13. Jahrgang kein Unterricht mehr anfällt. Die höchste Entlastung betrage immerhin elf Stunden. Frithjof Höhnke weist auf eine ganz andere Besonderheit des G9-Gymnasiums hin; denn jetzt fehle der Jahrgang der einjährigen Einführungsphase (im nächsten ein Jahr der der Qualifikationsphase 1). Diese Lücke setze sich fort – und deshalb gebe es am Fördegym 2018 kein Abitur.

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