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Flensburger Tageblatt

24. Oktober 2017 | 00:44 Uhr

Schuby : Reiche Beute für die Archäologen

vom

Interkommunales Gewerbegebiet Schleswig-Schuby: Vorbereitungen voll im Plan. Tag der offenen Ausgrabung am Sonnabend.

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2013 | 07:40 Uhr

Schuby | Die Vorbereitungen für die Erschließung des interkommunalen Gewerbegebietes in Schuby liegen voll im Zeitplan. Der Zweckverband, dem 22 Gemeinden und die Stadt Schleswig angehören, arbeitet derzeit einen detaillierten Plan ab, an dessen vorläufigen Endpunkt am 21. Oktober der Satzungsbeschluss durch die Standortgemeinde Schuby stehen soll. Damit wäre der erste Bauabschnitt soweit vorbereitet, dass gerade noch rechtzeitig ein Antrag auf Fördermittel an das Wirtschaftsministerium in Kiel gestellt werden kann. Mit dem staatlichen Zuschuss wäre das auf Logistik und Produktion abzielende Areal für interessierte Firmen noch attraktiver. Und glaubt man der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Wireg, so stehen Interessenten an den Gewerbeflächen an der Autobahn nach wie vor in den Startlöchern.

Derzeit ist von den Vorbereitungen allerdings nur auf dem Papier etwas zu sehen - auf den ersten Entwürfen für die Erschließung, die kürzlich in einer Zweckverbandsversammlung vorgestellt wurden und ab 7. Mai auch für die frühzeitige Bürgerbeteiligung öffentlich ausgelegt werden. Noch haben auf dem Areal an der A7 die Archäologen das Sagen. Was für Außenstehende aussieht wie der Beginn von Bagger- und Straßenbauarbeiten, ist tatsächlich die intensive Untersuchung des Geländes auf archäologische Fundstücke, nachdem die Voruntersuchungen im vergangenen Jahr vielversprechende Hinweise gegeben hatten.

Während im nördlichen Bereich des Untersuchungsgeländes mit schwerem Gerät die Randbereiche einer bronzezeitlichen Siedlung freigelegt werden, hat Grabungsleiterin Veronika Klems mit ihrem Team das weitaus größte Areal bereits weitestgehend erschöpfend erkundet. Mehr als 50 Urnen aus ehemaligen Hügelgräbern aus der römischen Kaiserzeit, also rund 1800 Jahre alt, wurden gefunden, zum Teil in regelrechten Urnen-Nestern zusammengefasst und mit menschlichen Überresten gefüllt. Für Martin Segschneider vom Archäologischen Landesamt ein bedeutender Fund, der die Experten vor ein Rätsel stellt. So etwas habe man zuvor nie gefunden.

Was die Archäologen trotz intensiver Suche nicht fanden, sind Spuren einer Siedlung, die zeitlich zu dem großen Gräberfeld passen, das sich im südlichen Bereich des Areals und einem angrenzenden Waldstück befindet. Durchaus möglich, dass sich diese im Bereich des eigentlich geplanten zweiten Bauabschnittes des interkommunalen Gewerbegebietes befinden.

Ob dort allerdings je gegraben werden kann, ist ebenso unsicher wie die Realisierung von Gewerbeansiedlungen. Denn während für den ersten Bauabschnitt sämtliche Grundstücksangelegenheiten rechtzeitig geklärt waren, stellt sich im westlichen Bereich - direkt an der Autobahn - ein Landbesitzer quer. Er weigert sich, seinen Grund für Gewerbeflächen zur Verfügung zu stellen, und alle Überredungsversuche schlugen bislang fehl.

So müssen die Planer zunächst mit dem ersten Bauabschnitt vorlieb nehmen. Für diesen zeichnet sich eine Erschließung über eine Ringstraße ab, so dass der an- und abfahrende Verkehr nach Möglichkeit nur in eine Richtung fließt. Der Mitfahrerparkplatz soll ebenso erhalten bleiben wie der parallel zur Bundesstraße 201 verlaufende landwirtschaftliche Weg. Ob das Gewerbegebiet über einen Kreisverkehr an die B 201 angeschlossen wird, ist noch nicht abschließend geklärt.

Um den Bürgern einen Einblick in die Ausgrabungsarbeiten auf dem Areal zu geben, bietet das Archäologische Landesamt am Sonnabend, 4. Mai, 10.30 bis 14 Uhr, einen "Tag der offenen Ausgrabung" an. Dort können Interessierte den Archäologen über die Schulter schauen. Für die Verpflegung sorgt die Feuerwehr Schuby. Die Veranstaltung ist über die Zufahrt an der B 201 (Pendlerparkplatz) zu erreichen. Der weitere Weg ist ausgeschildert.

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