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Symposium in Flensburg : Regionales Ärzte-Treffen mit einer Koryphäe

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Seit 25 Jahren gibt es das hämatologisch-onkologische Symposium in Flensburg

shz.de von
erstellt am 18.Nov.2014 | 14:43 Uhr

Manch einer der Ärzte nahm einen weiten Weg auf sich, nur um diese Konferenz in Flensburg mitzuerleben. Dr. Liisa Volin zum Beispiel vom Helsinki University Central Hospital. Zum 25. Flensburger hämatologisch-onkologischen Symposium im Borgerforeningen am Wochenende hat die finnische Ärztin einen Vortrag über „Stammzelltransplantation“ beigetragen.

Das Onkologische Zentrum Nord richtet die jährliche Veranstaltung aus. In diesem Jubiläumsjahr war sie dem langjährigen leitenden Oberarzt Heinz Koerlings gewidmet – und sie trägt als Beinamen „4. baltisches“ Symposium. Vor fast vier Jahren wurde Professorin Dr. Nadezda Basara Chefärztin der Medizinischen Klinik I des Malteser-Krankenhauses St.-Franziskus-Hospital in Flensburg. Seither lädt sie externe und ausländische Referenten zur wissenschaftlichen Konferenz ein. Darunter wenigstens einen aus Ostsee-Anrainer-Staaten. Europa sei so klein, sagt die Ärztin, die aus Belgrad stammt und über akute Leukämien referierte. Mit ihrem Landsmann, Professor Dr. Zoran Krivokapic von der University Clinic Belgrade, hat sie eine Koryphäe eingeladen.

Der 58-Jährige sagt, er sei mit Basara „seit Ewigkeiten befreundet“, habe noch in Belgrad einige Projekte mit ihr durchgeführt. Medizin habe er in Belgrad studiert, sich jedoch in London fachlich spezialisiert – auf die Chirurgie kolorektaler Karzinome (Darmkrebs). Er reise sehr viel, sei jedoch zum ersten Mal in Norddeutschland. Da wiegt Krivokapics Kompliment an Hamburg, das er am Vortag besucht hat, besonders schwer: „Das ist die schönste Stadt der Welt“, schwärmt der Serbe. Beim Kongress in Flensburg habe er zu diversen Aspekten, aber allgemeinverständlich, über Neuigkeiten auf seinem Fachgebiet gesprochen.

Eine gute Übersicht über neuere Entwicklungen in der Hämatologie und Onkologie bekommen zu haben, freut Dr. Frank Schüler. Der Chefarzt des DRK-Krankenhauses in Luckenwalde kennt Nadezda Basara aus Leipziger Zeiten und vermutet, dass die Verbundenheit der Ärzte auch ein Grund für die Beliebtheit des Symposiums ist. Mit über 100 Teilnehmern sei es für ein Wochenende sehr gut besucht.

Auch Professor Michael Kneba, Chefarzt vom UK SH Campus Kiel, hebt den Überblick hervor, den er gewonnen hat. Er erklärt, dass sein Haus und Flensburg hämatologisch zusammenarbeiteten und in seinem Labor diagnostische Spezialfragen gelöst würden.

„Der regionale Kontakt ist so wertvoll“, betont Dr. Martin Reck. Er ist Chefarzt in der „LungenClinic“ Großhansdorf. Heute bestünde das Problem, dass seltene Formen von Lungenkrebs häufiger würden. Viele genetische Veränderungen seien in den letzten Jahren entdeckt worden. Zugleich könne man diese mit Tabletten behandeln. Ein weiteres Thema, das die Ärzteschaft sehr interessiere, sei die „Immun-Therapie“. Sich darüber auszutauschen, dafür seien Treffen wie dieses gut, lobt Reck. Und weil man „lerne, was auf anderen Gebieten passiere“.

Nadezda Basara formuliert es so: „Mit dem Symposium sind wir bestrebt, ein Update von Möglichkeiten der modernen, interdisziplinären und multimodalen Onkologie darzustellen.“ Der Schwerpunkt Onkologie am St.-Franziskus-Hospital sei so umfassend ausgerichtet, dass die Patienten durch sämtliche Phasen ihrer Krankheit begleitet werden können. Der Anspruch, für jeden „ein individuelles Therapiekonzept zu erarbeiten“, erfordert den umfassenden Austausch.

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