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Arbeitgeberverband Flensburg : Regionale Wirtschaft meldet konstantes Wachstum

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Arbeitgeberverband legt Herbstumfrage vor: Mehr als zwei Drittel der Firmen haben steigende Umsätze

shz.de von
erstellt am 04.Dez.2017 | 06:44 Uhr

Große Konstanz bei Umsatzerwartungen und Export, eine weiter steigende Investitionsneigung und kaum Personalreduzierungen. Auf die Frage, ob dies die beste Konjunkturumfrage ist, die er je vorgelegt hat, muss Fabian Geyer nicht lange nachdenken: „Bemerkenswert ist die Konstanz“, sagt der Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Flensburg – Schleswig – Eckernförde und ergänzt: „Durch alle Branchen haben sich überall die Umsatzerwartungen erfüllt. Wir haben keine Branche gesehen, die nachlässt.“

Vergangenes Jahr sei er von den positiven Konjukturzahlen noch überrascht gewesen: „Jetzt ist es eine große Konstante, auch wenn ein einzelnes Unternehmen auch mal Rückgänge bei den Umsätzen meldet“, sagt der Verbandsgeschäftsführer. Immerhin 70 Prozent der Unternehmen zwischen Flensburg und Eckernförde berichten von steigenden Umsätzen (Vorjahr: 66), während je 15 Prozent der Firmen gleichbleibendem oder weniger Umsatz angaben (Vorjahr: 10 gleich, 24 weniger).

Auch die exportorientierte Wirtschaft, traditionell stark gerade im Flensburger Raum, steht noch etwas besser da als vor Jahresfrist: Hier geben 46 Prozent der Betriebe an, dass die Ausfuhren besser laufen, während sich 38 Prozent auf Vorjahresniveau sehen und 16 Prozent von einem Rückgang sprechen (Vorjahr: 40, 47, 13).

Auf hohem Niveau ist die Investitionsneigung der regionalen Wirtschaft leicht zurückgegangen. Mit 61 Prozent will allerdings immer noch der Löwenanteil der Unternehmen mehr investieren (Vorjahr 79). Sinkende Investitionen plant gut jedes vierte Unternehmen (27 Prozent, Vorjahr: 14). Sieht man sich die Ziel der investierenden Firmen an, sprechen auch diese Zahlen für einen anhaltenden, robusten Konjukturaufschwung: 46 Prozent der Betriebe investieren in Erweiterung, 75 Prozent in Erneuerung und lediglich 15 Prozent in Rationalisierung. Da der Arbeitgeberverband in diesem Punkt erstmals Mehrfachnennungen zuließ, ist der Vorjahresvergleich an dieser Stelle nicht mehr aussagekräftig: Damals gaben 27 Prozent an in Erweiterung zu investieren, 60 Prozent in Erneuerung und 13 Prozent in Rationalisierung. Geyer: „Wir haben keinen Aufschwung, sondern eine konstante wirtschaftliche Wachstumsentwicklung.“

Wenig Veränderung gibt es mit Blick auf die Beschäftigten: 30 Prozent der Unternehmen suchen zusätzliches Personal, 62 Prozent planen keine Veränderungen in der Belegschaft, und nur acht Prozent denken an eine Verringerung des Personalbestands (Vorjahr: 34, 60, 6). „Die Nachfrage nach qualifiziertem Personal ist sehr, sehr hoch“, sagt Verbandsgeschäftsführer Fabian Geyer. Wenig Veränderung auch bei den Auszubildenden: 18 Prozent der Unternehmen berichten von größeren Anstrengungen in der Ausbildung, 68 Prozent von gleichbleibendem Umfang und 14 Prozent von einem geringerem Engagement.

Nachdenklich wird Geyer allein, wenn er auf eine Tageblatt-Meldung der vergangenen Woche zu sprechen kommt: Fast jedes vierte Kind in Flensburg lebt von Sozialhilfe. „Bieten wir diesen Kinder und Jugendlichen ausreichend Zukunftschancen“, fragt der Arbeitgebervertreter selbstkritisch, aber auch mit Blick auf die gesamte Gesellschaft. In wenigen Jahren sind es diese Schüler, die für eine duale Ausbildung in den Betrieben in Frage kommen. Fabian Geyer ist ganz offen: „Wir brauchen jeden von denen.“ Seine Fragen: Wie lässt sich diese Zukunftsfrage lösen? Was kann die Wirtschaft tun?

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