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Flensburger Tageblatt

20. August 2017 | 06:38 Uhr

Nieby : Reetdorf an der Birk nimmt Gestalt an

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Auf der ehemaligen Kaserne Sandkoppel entstehen im ersten Bauabschnitt zehn Ferienhäuser.

Nieby | Die Arbeiter auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne Sandkoppel haben beim Bau der ersten Ferienhäuser keine Zeit, einen Blick auf die Herde von rund zwanzig Wildpferden zu werfen, die sich – nur getrennt durch einen schmalen Wasserbereich – auf einer Niederung der Geltinger Birk tummeln. Nicht wiederzuerkennen ist dieses rund acht Hektar große Gelände, das einst von der Bundesmarine als Kaserne für eine Fernmelde-Einheit angelegt und nach Abzug der Soldaten als Brache mit maroden Unterkunftsgebäuden, Lagerhallen und Bunkern hinterlassen worden war.

Diese kleine Welt hat sich verändert, ist kaum wiederzuerkennen. Nach dem Abriss der wertlosen und von unbekannten Randalierern heimgesuchten Immobilien blieb auf dem Gelände nur eine Kiefer zurück.

Das künftige Ostsee-Reetdorf steckt zwar noch in den Kinderschuhen, doch zeichnen sich jetzt erste Konturen der Bebauung ab. Wie Investor Nordert Essing, Eigentümer von Gut Roest bei Kappeln, gegenüber unserer Zeitung erläuterte, umfasst der erste Bauabschnitt zehn Komforthäuser mit 13 Wohneinheiten. Parallel dazu neigen sich die Erschließungsarbeiten auf dem sandigen Gelände dem Ende entgegen: „Zu 90 Prozent sind wir damit fertig“, sagte Essing.

Während die ersten Rohbauten im unteren Teil des Hügels Sandkoppel – also dicht an der Grenze zum Naturschutzgebiet Birk – begonnen haben, wird „oben“ im Eingangsbereich bereits das Fundament für das künftige Servicehaus geschüttet. An diesem Gebäude kommt später kein anreisender Urlauber ungesehen vorbei.

Was die neu entstehenden Ferienhäuser betrifft, so hat die Architektin und Investorin Marion Essing längst auf die besonderen Vorzüge dieser Bauten auch via Internet hingewiesen. „Wir bauen mit Ziegeln, Reet und Holz – also mit nachwachsenden Rohstoffen, wie sie hier immer verwendet wurden.“ Alles Material stamme aus der Region. Das Servicehaus werde mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach ausgestattet. Vor dem Empfangsgebäude sei die Installation einer Ladestation für Elektroautos vorgesehen. „Das Herzstück der Energieversorgung bleibt unsichtbar: Die Wärme wird unterirdisch gewonnen und liefert effizient und ressourcenschonend Wärme und kühlt bei Hitze.“ Im Endausbau werden an diesem idyllisch gelegenen Schnittpunkt zwischen Erholung und Natur 41 Häuser mit 48 Ferienwohnungen entstehen.

Das ehrgeizige und millionenschwere Projekt, das dem Tourismus an der Ostseeküste ein neues Gesicht und neue Impulse verschaffen soll, wird von der „Geltinger Birk Sandkoppel GmbH“ realisiert. Dieses Unternehmen befindet sich ausschließlich im Besitz von Gesellschaftern der Familie Essing, denen seit 2014 das Ex-Kasernengelände gehört. Die Kritiker des Vorhabens haben ihren Widerstand mittlerweile aufgegeben. Norbert Essing blickt nach vorn: „Ich gehe davon aus, dass zu Weihnachten dieses Jahres die ersten Urlauber ins Reetdorf einziehen werden.“

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