zur Navigation springen

Shitstorm auf Facebook : Rechtschreibfehler: Tattoo aus Flensburg wird berühmt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Es ist ein Tattoo mit der Liebeserklärung eines Vaters an den Sohn: „Mein Versprechen an Dich - Ich lass dich niemals im Stich.“ Das Bild ruft tausende Facebooker auf den Plan. Denn in der Botschaft steckt ein kleiner Fehler.

von
erstellt am 28.Feb.2014 | 13:02 Uhr

Flensburg | Ein kleines Flensburger Tattoostudio wird über Nacht bei Facebook netzbekannt. Über „Black Pearl Tattoo“ ist ein Shitstorm hereingebrochen - wegen eines kleingeschriebenen „s“. Eine Lapalie, die schnell korrigiert wurde, aber trotzdem tausende Nutzer im Web beschäftigt hat. Dass man Substantive groß schreibt, hat man zwar in der Schule gelernt, aber Verfechter des Tattoos kämpfen nun auf Facebook gegen Rechtschreibfanatiker und Tattooexperten.

Über 62.000 Nutzern gefällt das von der „Black Pearl Seite“ öffentlich gepostete Foto. Die fertige Arbeit zu zeigen, ging dann aber schnell nach hinten los. Mehr als 6500 mal wurde das Bild vom 25. Februar bis Freitagmittag geteilt. Über 1100 Kommentare brachte das Bild ein. Die einen finden es gelungen, andere ergötzen sich an dem kleinen Fehler, der durch die Tätowierer gleich am nächsten Tag geschickt korrigiert wurde. Der Tätowierer und Inhaber von „Black Pearl Tattoo“, Nori Abassi, und sein Team sehen das Ganze mittlerweile mit Humor. „Wenn man auf Facebook etwas teilt, muss man dazu stehen und mit Kritik locker umgehen können.“ Das Tattoo sei schön und der Kunde sehr zufrieden mit seiner Idee und der Umsetzung gewesen. „Der kleine Fehler ist uns erst aufgefallen, nachdem der Kunde weg war. Sowas passiert und wir haben es ja auch schnell überarbeitet“, erklärt Abassi, der die Vorlage des Kunden umgestaltete, sich aber nach dessen Wünschen richtete.

Bis zu der Korrektur und dem geposteten Fotobeweis glühte die Facebook-Seite von „Black Pearl Tattoo“ aufgrund einer Masse an Kommentaren zu dem fehlerhaften Tattoo. Da heißt es: „Bloß blöd, dass man Stich groß schreibt“ oder „Auch Rechtschreibfehler kann man beheben! Klasse Tattoo, klasse gestochen.“ Eine Nutzerin schreibt: „Für oberflächliche Menschen ist es ein Tattoo mit Rechtschreibfehler. Für tiefsinnige Menschen ein Zeichen der unermesslichen Liebe.“

Über tausend Pro- und Contra-Meinungen gibt es zu dem Bild. „Da gibt es sicher keinen Deutschlehrer im Tattoostudio. Schade um das tolle Motiv“, heißt es. Ein Nutzer schreibt: „Netter Gedanke, aber voll hässlich und dann noch so'n dummer Fehler.“ So häufen sich die Kommentare. „Auch der Kunde, der das Tattoo nun auf dem Arm hat, mischt hier mit und kann das Ganze überhaupt nicht nachvollziehen“, erklärt Abassi.

Nori Abassi und seine Freundin Sonja Longwitz posteten in den letzten Tagen eifrig mit. Neben dem korrigierten Bild findet man auch Kommentare wie: „Mit ein wenig Fotoshop kriegen wir das sicher hin. Stich mit ie? Oder sch? Alles wird gut.“ Gold wert ist die Aufregung sicher. Erst seit einem halben Jahr gibt es das Studio in Flensburg. Die beiden langjährigen Tätowierer haben in dem kleinen Laden Unterstützung von drei Freunden. „Mittlerweile haben wir Kundenanfragen aus ganz Deutschland“, freut sich Nori Abassi. Zu dem Shitstorm meint er nur, dass man sich aufgrund von Kommentaren nicht beirren lassen dürfe. Wer für die explosionsartige Bekanntheit verantwortlich ist, weiß aber auch der Tätowierer nicht, denn normalerweise rufen solche Bilder auch bei anderen Seiten nicht so große Reaktionen hervor. 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen