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Galerie Bilder im Hof : Realistischer Blick fürs Wesentliche

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wegen des großen Anklangs beim Publikum wird die Ausstellung der Kunst von Stefan Dobritz bei Bilder im Hof wird bis zum 18. April verlängert.

shz.de von
erstellt am 09.Apr.2015 | 12:00 Uhr

Flensburg | Mehrere Bilder tragen schon einen grünen Punkt als Zeichen für das Interesse künftiger Käufer. Offenbar trifft Stefan Dobritz mit seiner Kunst den Geschmack vieler und Galerist Holger Schwiewager auch, der vom Künstler inzwischen zum fünften Mal ausstellt. Ihm gefallen die Bilder besser denn je.

Das anhaltende öffentliche Interesse an den Dobritz-Werken hat Schwiewager auch veranlasst, die Kunst des Lübeckers noch eine Woche länger in der Galerie Bilder im Hof in der Roten Straße zu zeigen. Überwiegend nordische Landschaften und einige Stadtansichten – ein bisschen Hamburg, Lübeck und Flensburg – empfangen den Besucher. Raps und Mohn leuchten, das Meer liegt flach, doch nicht unbewegt, die Sonne glüht in der Abendstimmung, der Graswuchs auf den Dünen wirkt wie zarte Fäden, diffuses Licht fällt über die Küste, wie es so häufig vorkommt.

Das „nordisch Realistische, das ist seine Welt“, sagt Schwiewager über Dobritz, die einander seit vielen Jahren kennen. Er male, seit er 15 ist, sagt der Galerist über seinen Künstler. Früh sei Dobritz vom Kollegen Jürgen Runge angeleitet worden, der den jungen Mann mit einigen Kniffen vertraut machte. Dann kam dem Lübecker wohl ein vom Elternhause verordnetes Medizinstudium in die Quere, bis der intelligente Mann mit den vielen Talenten 1995 endlich richtig loslegen konnte.

Galerist Schwiewager schätzt an Dobritz dessen sensiblen Blick fürs Wesentliche, das reduktive Sehen. Keines der Bilder sei überladen. „Er weiß genau, wann ein Bild fertig ist.“ Dobritz, der in diesem Jahr 50 wird, zeichnet noch eine Besonderheit aus. „Er malt gar nicht“, verblüfft Holger Schwiewager für einen Moment, um dann hinzuzufügen, dass der Künstler sich stattdessen bei seinen Ölbildern „feinster Spachteltechnik“ bedient. Der Galerist bittet zum Experiment mit einem Landschaftsbild, das vorn fettgelben Raps und im Hintergrund zarte Segelschiffe zeigt. Aus der Ferne betrachtet, wisse man sogar, woher der Wind weht, sagt Schwiewager. Tatsächlich. Und bei näherer Betrachtung sind die Segel einfach nur feine weiße Striche. „Er schafft Illusionen.“

Aus den drei Stillleben sticht die französische Vasenuhr heraus. Wie Stefan Dobritz die Transparenz der Glasglocke, den Lichteinfall und das Güldene festgehalten hat, ist beeindruckend. Ebenso das detailreiche Panoramabild von Flensburgs Westküste – das einzige Werk, bei dem Fotograf Schwiewager zuvor assistierte. Ist natürlich schon reserviert mit einem grünen Punkt.

 

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