Rabel : Raus aus dem Naturpark

Am Büchertauschregal bedienen sich Sylvia Nissen (l.) und Alexandra Stenzel.
Am Büchertauschregal bedienen sich Sylvia Nissen (l.) und Alexandra Stenzel.

Die Gemeinde Rabel beendet ihre Mitgliedschaft in dem Verein „Naturpark Schlei“. Eine Tourismusabgabe soll zusätzliches Geld in den Gemeindehaushalt spülen.

shz.de von
05. September 2018, 15:22 Uhr

Rabel | Bereits vor einigen Jahren hatten die Mitglieder der Rabeler Gemeindevertretung über den Verbleib der Gemeinde im Verein „Naturpark Schlei“ nachgedacht – jetzt machten sie Nägel mit Köpfen. Sie zogen, wie vom stellvertretenden Bürgermeister Arne Hinterkopf beantragt, einen Schlussstrich und beendeten ihre Mitgliedschaft. Die Entscheidung fiel angesichts der kommunalen Finanzlage einmütig aus – nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass sich der Beitrag von dato 363 auf 436 Euro im nächsten Jahr erhöhen wird.

Bürgermeister Stefan Meyer war sich mit den übrigen Gemeindevertretern einig, dass stattdessen gezielt Aktionen mit Spenden unterstützt werden sollen – wie zum Beispiel das alljährliche „Aalutsetten“.

Der zunehmende Vandalismus bereitet den Gemeindevertretern Sorge. So „zerlegten“ Unbekannte eine Bushaltestelle und sägten das Dorffest-Schild ab. Bürgermeister Meyer hat bei der Polizei Anzeige erstattet. Auch von den nächtlichen Steinewerfern, die in jüngster Vergangenheit ihr Unwesen trieben, war Rabel betroffen – etliche Autos wurden beschädigt.

Was den notwendigen Umbau des Feuerwehrhauses betrifft, liegen die Förderrichtlinien des Landes vor. Jetzt soll ein Förderantrag auf den Weg gebracht werden. Maximal ist eine Förderung von 50 Prozent möglich.

Angesichts der Finanzlage der Gemeinde sind Einsparungen nur bedingt möglich, deshalb soll nun durch die Einführung einer Tourismusabgabe eine neue Einnahmequelle erschlossen werden. Sie sollen hochgerechnet zwischen 10 000 bis 13 000 Euro pro Jahr in die Gemeindekasse spülen. Eine Arbeitsgruppe soll eine entsprechende Satzung, die ab 2019 gelten soll, erarbeiten.

Im Zusammenhang mit dem anstehenden Glasfaserausbau stehen der Gemeinde pro angefangene 300 Einwohner kostenlose WLan-Hotspots zu, also drei. Als Standorte verständigte man sich auf das Gemeindehaus (Schulstraße) und das Feuerwehrhaus (Dorfstraße). Über den dritten möglichen Standort, muss noch entschieden werden.

Jüngste Errungenschaft ist im Gemeindehaus ein Büchertauschregal. Angeregt hatte das eine Bürgerin. Der Bürgermeister spendierte das Regal, das im Flur steht und bereits gut gefüllt ist. Da lautet die Devise: „Brauchst du ein gutes Buch, dann nimm dir eines. Hast du ein Buch übrig, dann stell es hin.“ Eine tolle Idee befanden die Gemeindevertreterinnen Sylvia Nissen und Alexandra Stenzel und griffen zu: die eine zum Krimi, die andere zur „Schnulze“.

Zu Beginn der Sitzung hatte der Bürgermeister als Gemeindevertreter Torsten Erichsen und Lars-Uwe Meyborg verpflichtet – sie hatten bei der konstituierenden Sitzung gefehlt.


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