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Flensburg : Raubüberfall bei Robbe & Berking - Zeugen gesucht

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Eine mutige Verkäuferin in der Roten Straße wurde mit einem Elektroschocker verletzt. Der Täter flüchtet ohne Beute mit einem Kleinwagen.

Flensburg | Es geschah am helllichten Tag – unter den Augen von Passanten in der prall gefüllten Innenstadt. Gegen 15.30 Uhr betrat am Sonnabend ein bislang unbekannter Mann die Geschäftsräume von Robbe  &  Berking an der Roten Straße. Die Filiale der bekannten Flensburger Silbermanufaktur, die nach ihrem Umzug von der Großen Straße vor einem Jahr dort Besteck und andere hochwertige Haushaltswaren und Wohn-Accessoires anbietet, hatte zu dem Zeitpunkt noch regulär geöffnet.

Der Täter beabsichtigte allerdings nicht, etwas käuflich zu erwerben. Er bedrohte und verletzte eine Verkäuferin mit einem Elektroschocker (Taser). Wenig später flüchtete er ohne Beute mit einem Kleinwagen über die Friesische Straße in Richtung Exe. Nach Tageblatt-Informationen soll es sich um einen Kleinwagen mit polnischem Kennzeichen gehandelt haben.

Als zum gleichen Zeitpunkt Rettungsdienst, Notarzt und Polizei alarmiert wurden, war die Situation noch etwas undurchsichtig. Die Einsatzkräfte gingen auf der Anfahrt von einem Raubüberfall mit Schusswaffe aus, was sich als Irrtum herausstellte.

Während die Rettungskräften sich um die verletzte Verkäuferin kümmerten, leitete die Polizei eine Fahndung mit mehreren Streifenwagen umliegender Dienststellen und unter Beteiligung der Bundespolizei nach dem Mann ein. Alle Flensburger Ausfallstraßen waren unter Beobachtung – doch der Täter ging den Beamten nicht ins Netz.

Die Angestellte wurde derweil mit einem Rettungswagen in die Notaufnahme der Diako eingeliefert. Sie erlitt neben einem Schock nur leichte Verletzungen und wurde kurz ambulant behandelt. Noch am gleichen Tag stand sie den Polizisten Rede und Antwort. „Sie hat letztlich den Räuber in die Flucht geschlagen“, lobte Firmenchef Oliver Berking, der ebenfalls schnell an den Tatort geeilt war, das couragierte Verhalten seiner Mitarbeiterin. Denn trotz ihrer Verletzung rief sie in den Hof hinaus laut um Hilfe, was den ohnehin aufgeregten und fahrig agierenden Täter vertrieb. „Er hat alles stehen und liegen gelassen“, schildert Oliver Berking die Situation. Seine Waffe und eine große, leere Umhängetasche konnten sichergestellt werden. Geschäftsleute aus der roten Straße berichten, dass der junge Mann zuvor die einzelnen Schaufenster „gescannt“ und sich dabei verdächtig verhalten hatte. Berking: „Er war dreist, aber nicht besonders professionell.“

Die Kriminalpolizei hat unterdessen die Ermittlungen aufgenommen. Der Tatverdächtige wird nach bisherigem Stand wie folgt beschrieben: etwa 1,70 Meter groß, sportlich, rotes Cappy, schwarze Haare, helle Bekleidung. Der Kleinwagen soll einen Werbeaufdruck an der Seite gehabt haben. Was für ein Motiv darauf zu sehen war, ist nicht bekannt. Gegenwärtig werden noch Video-Aufnahmen einer Überwachungskamera ausgewertet.

Die Polizei bittet Zeugen und Hinweisgeber, die Auskunft zu dem Fall geben können, sich unter der Telefonnumer 0461-4840 beim Kommissariat 7 der Bezirkskriminalinspektion Flensburg zu melden.

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erstellt am 18.Apr.2016 | 07:30 Uhr

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