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Asyl-Container in Flensburg : Ratten, Splitterrohre und lose Kabel

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Linke-Ratsfraktion schlägt Alarm wegen des schlimmen Zustands der Flüchtlingsunterkunft auf der Exe.

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2016 | 23:24 Uhr

Flensburg | Ein halbes Jahr nach Eröffnung der bislang größten Flensburger Flüchtlingsunterkunft auf der Exe schlägt die Linke-Ratsfraktion Alarm: Das Gelände auf dem nordöstlichen Viertel des Park- und Jahrmarktplatzes weise zum Teil „lebensgefährliche Mängel“ auf. In einem Antrag an den Ausschuss für Bürgerservice, Schutz und Ordnung (1. Juni) verlangt Fraktionsvize Heinz-Werner Jezewski die „Herstellung von sicheren und menschenwürdigen Standards“.

Rund um die Container sei das Gelände quasi im Bauzustand belassen worden, wodurch sich bei Regen riesige Pfützen bildeten, kritisiert Jezewski: „Die notdürftig verlegten Plastikrohre, die das Wasser eigentlich ableiten sollen, sind teils verstopft, teils zersplittert, so dass sie eine ernst zu nehmende Gefahr besonders für die Kinder, die oft zwischen den Containern spielen, darstellen.“ Noch grauenhafter seien die Zustände der Versorgungsleitungen für die Container: „Stromkabel hängen frei zwischen den Containern und dem Erdboden herum und stellen ebenfalls eine Gefahr dar. Viele Container stehen nicht plan auf dem aufgeschütteten Erdboden; es haben sich Unterhöhlungen gebildet, in denen sich die Ratten tummeln.“ Dieses Problem scheine nicht unbekannt zu sein, hat der Ratsherr festgestellt: „Es stehen vereinzelt Giftboxen herum, auf die allerdings auch große und kleine Menschen freien Zugriff haben.“

Außerdem sorgt sich die Linke um die spielenden Flüchtlingskinder: „Kinder auf Rollern, Drei- oder Fahrrädern bevorzugen die asphaltierten Flächen und landen zwischen parkenden, an- oder abfahrenden Autos und im fließenden Verkehr.“ Es gebe auch keine wetterfeste Sitzgelegenheiten, die Wege seien nicht befestigt, so dass sie bei Regen zu reißenden Flüssen und bei Trockenheit und Wind zu staubigen Wüstenpisten werden.

„Wir werden uns die Situation genau ansehen“, sagte gestern dazu Stadtsprecher Clemens Teschendorf in einer ersten Stellungnahme: „Wir nehmen das ernst und befassen uns damit“, versprach er. Bislang ist die mit bis zu 400 Bewohnern bisgrößte Flüchtlingsunterkunft in Flensburg auf bis zu zwei Jahre ausgelegt. Wie lange die Exe gebraucht werde, hängt für Teschendorf auch an der Entwicklung der Zuwandererzahlen in diesem Sommer: „Wenn die Zahlen wieder nach oben gehen, werden wir länger am Standort länger festhalten müssen als bei entspannterer Lage.“ Morgen: Überblick über die Unterkünfte

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