Öffentlicher Dienst in Flensburg : Rathaus, Kitas & Co: 700 Mitarbeiter im Warnstreik

Kundgebung an der Hafenspitze: ChristianDirschauer, auf dem Podium rechts, mit Friedhelm Schäfer.
Kundgebung an der Hafenspitze: ChristianDirschauer, auf dem Podium rechts, mit Friedhelm Schäfer.

Flensburg war gestern norddeutsches Zentrum bei ganztägigem Ausstand

shz.de von
08. März 2018, 06:16 Uhr

Rund 700 Beschäftigte im öffentlichen Dienst sind gestern in Flensburg dem Aufruf der Kommunal-Gewerkschaft Komba und des Beamtenbundes zum ganztägigen Warnstreik gefolgt. Nach Angaben von Komba-Landeschef und Rathaus-Personalrat Christian Dirschauer waren Mitarbeiter von Rathaus und TBZ, den Stadtwerken, Arbeitsagentur und Jobcenter, städtischen Kitas und Kraftfahrt-Bundesamt dabei. Unterstützung gab es bei der einzigen Aktion in Schleswig-Holstein von der Wehrverwaltung aus Rendsburg und der Kieler Abfallwirtschaft.

Der Demonstrationszug setzte sich gegen 11.30 Uhr am Deutschen Haus in Bewegung, um zunächst über das Rathaus zur Abschlusskundgebung an die Hafenspitze zu ziehen.

Stadtwerke-Betriebsrätin Claudia Jacobsen machte deutlich, dass die öffentlichen Unternehmen bei Löhnen und Gehältern einen Nachholbedarf gegenüber der freien Wirtschaft hätten: „Stellen können nicht mehr adäquat besetzt werden, weil nicht genug bezahlt wird“, kritisierte sie die öffentlichen Arbeitgeber. Dies wiederum gehe auf die Knochen derer, die dafür mitarbeiten müssten. Deshalb hält sie ihre Forderung von sechs Prozent mehr Gehalt oder mindestens 200 Euro mehr im Monat nicht für überzogen.

DBB-Vize Friedhelm Schäfer erklärte, viele ihrer Forderungen fänden sich im Groko-Koalitionspapier wieder, zum Beispiel die 8000 zusätzlichen Stellen in der Pflege. Fakt sei aber, dass es mindestens 80 000 Stellen gebe und man gar keine Mitarbeiter dafür finde. Für Komba-Landeschef Dirschauer besonders wichtig: Eine vernünftige Entgeltordnung mit sozialer Komponente für die unteren Gehaltsgruppen: „Wenn wir diese Stellen nicht mehr besetzen können, haben wir ein Problem.“

Nach Angaben von Stadtsprecher Clemens Teschendorf habe die Stadtverwaltung den ganztägigen Warnstreik teilweise kompensieren können. Man habe den Museumsberg schließen müssen, dafür aber das Schifffahrtsmuseum geöffnet. Das Einwanderungsbüro habe nur die Terminsprechstunden abhalten können – und im Bürgerbüro habe man bei vier offenen Schaltern ab 13 Uhr auch Kunden nach Hause schicken müssen. Teschendorf: „Schwieriger wird es, wenn länger gestreikt wird.“

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