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Festival auf Flensburger Südermarkt : Rassismus die Stirn bieten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Sieben Bands spielen beim Festival „Rhythm against Racism“ unmittelbar nach der Mai-Kundgebung.

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2017 | 09:17 Uhr

Zwei bemerkenswerte Neuerungen gab es in diesem Jahr bei den klassischen politischen Aktivitäten zum 1. Mai. Zum einen war es der Protestmarsch, den jugendliche Gewerkschafter reanimiert hatten.

Zum anderen war es das Musikfestival „Rhythm against Racism“, das im vergangenen Jahr am 30. April über die Bühne ging, dieses Mal aber auf die Kundgebung folgte. „Das hatte ich mit gewünscht“, sagt DGB-Chefin Susanne Uhl, die mit Begeisterung dabei war.

Die Idee ist aus Potsdam übernommen worden, erläutert Robert Krugmann von der DGB-Jugend, der das Festival mit organisierte. Er war an allen Enden und Ecken zu finden, damit das anspruchsvolle Programm reibungslos abgespult werden konnte. Immerhin sieben Bands traten in der Zeit zwischen 13 und 19.30 Uhr auf. Vertreten waren alle Genres – von Rock, Rap und Reggae bis hin zu deutschsprachigen Liedermachern wie Marten Treepwood & das Leben. Sie waren bei ihrem Auftritt der leibhaftige Beweis dafür, dass die Bands mal mehr, mal weniger politisch durchdrungen waren. „Haben wir eigentlich auch politische Lieder“, fragte Marten seine Kollegen. Die schüttelten ratlos mit dem Kopf. Zumindest im selbstgeschriebenem Repertoire fand sich partout nichts Passendes. Also griffen sie kurzerhand auf die „beste Band der Welt“ zurück – und coverten den Ärzte-Song „Ein Sommer nur für mich“.

Auch wenn der Südermarkt bei den einzelnen Gigs nicht mehr so voll war wie bei der Kundgebung selbst, so gedieh die Stimmung doch prächtig. Viele Musiker hatten ihre Fans und Freunde gleich mitgebracht. Neben Marten und seinem Trio traten auf: Intercultural music project, Holger Burner, Flensburg Melancholie, The Opposite of Silence, KarmaKarakta (heiß!) und Down on Knees. Und bei all der unterschiedlichen musikalischen Ausrichtung war die Botschaft doch immer gleich: Gegen Unterdrückung von Minderheiten, für eine tolerante Gesellschaft.

Das hat auch Susanne Uhl beeindruckt. Sie begrüßte etwa die DGB-Vorsitzenden aus den Kreisen Steinburg und Nordfriesland, die nach ihren jeweiligen Veranstaltungen nach Flensburg gekommen waren, um den Tag rhythmisch ausklingen zu lassen. „Das war“, freute sich Susanne Uhl, „ein gelungenes Experiment.“ Auch wenn der allgegenwärtige Wind für fallende Tische, kippende Bierbecher und fliegende Bratwürste sorgte.

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