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Flensburger Tageblatt

17. August 2017 | 07:54 Uhr

Rätselraten um Werftverkauf

vom

Flensburg | Steht die Flensburger Werft kurz vor der Übernahme? Entsprechende Medienberichte sorgen derzeit für Wirbel in der Branche. Demnach sollen sich die Verhandlungen über den Verkauf der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) in einem "weit fortgeschrittenen" Stadium befinden. Unter den 700 Mitarbeitern lösten die Spekulationen allerdings nur wenig Unruhe aus.

"Dass wir vor dem Verkauf stehen, wissen wir doch schon lange", meinte Betriebsratsvorsitzender Ralf Sasse. Nachdem die Oldendorff-Gruppe 2008 die FSG an die Münchner Orlando Management AG veräußert und in diesem Zuge auch Geschäftsführer Peter Sierk Anteile übernommen hatte, sei klar gewesen, dass es nur eine Schonfrist von fünf Jahren geben würde. Die ist nahezu vorbei. Inzwischen, so Sasse, hätten sich bereits mehrere Interessenten auf dem Gelände des Flensburger Traditionsunternehmens umgesehen - aus Asien etwa.

IG-Metall-Vorsitzender Michael Schmidt bestätigte gestern, dass Private-Equity-Gesellschaften wie die Orlando-Gruppe Unternehmensanteile meist nur für einen begrenzten Zeitraum erwerben, um Rendite zu erwirtschaften. "Dieser Zeitraum beträgt in der Regel fünf Jahre", so Schmidt. Er betrachte die Entwicklung keineswegs mit Sorge. "Das Interesse zeigt doch, dass auf der Werft tolle Arbeit geleistet wird." Es handele sich um einen funktionierenden, gut strukturierten Betrieb. Die Auftragsbücher des Unternehmens sind bis zum vierten Quartal 2014 gefüllt: Derzeit liegt die ConRo-Fähre "Oceanix Connaigra" an der Pier, Aufträge gibt es zudem für zwei Schwergut-Schiffe an die niederländische Reederei Rolldock, zwei Seismik-Schiffe für die Western Geco, England, und eine Passagierfähre für die schottische Reederei CMAL.

Michael Schmidt erwartet, dass nach einem möglichen Eigentümerwechsel die tariflichen Bindungen eingehalten werden. "Angst, dass ein neuer Investor nicht vernünftig mit Arbeitern und Angestellten umgehe, ist hier völlig unbegründet", sagte er. Allerdings sei ihm nicht bekannt, dass ein Verkauf unmittelbar geplant sei.

Die Geschäftsführung hüllt sich derweil in Schweigen. Pressesprecher Thomas Ritte wollte einen möglichen bevorstehenden Verkauf offiziell nicht bestätigen. Gleiches gilt für die Beteiligungsgesellschaft aus München.

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erstellt am 07.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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