Flensburger Stadtteile : Radstrecke für Kinder gesucht

Engagiert: Kirsten Casper-Stahl (l.) und Martje Rabeler vom Stadtteilforum Westliche Höhe.
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Engagiert: Kirsten Casper-Stahl (l.) und Martje Rabeler vom Stadtteilforum Westliche Höhe.

Die Westliche Höhe ist grün und familienfreundlich – doch einen sicheren Radweg für Kinder in die Stadt gibt es nicht.

shz.de von
09. Januar 2018, 17:43 Uhr

Seit drei Jahren sind die Stadtteilforen in Flensburg politische Vertretungen der Quartiere. Grund genug für das Tageblatt, zum Jahresbeginn zu fragen, wo im Stadtteil der Schuh drückt. Heute: Westliche Höhe.

Ein alter Stadtteil mit einer großen Perspektive – das ist die Westliche Höhe, seitdem die Stadt das große Klinikquartier dort auflösen will, um Franziskus und Diako woanders unter einem Dach zu vereinen. Eine Herausforderung auch für das Stadtteilforum um Kirsten Casper-Stahl und Martje Rabeler, hier aus Sicht der Bewohner rechtzeitig die Weichen zu stellen.

Wie würden Sie das Besondere an Ihrem Stadtteil beschreiben?

Die Westliche Höhe ist ein Viertel mit hohem Wohnwert. Alte Kaufmannsvillen, kopfsteingepflasterte Straßen, unser Viertel bietet eine große Bandbreite an Grün- und Erholungsflächen. Die gute Infrastruktur mit Kindergärten, Grund- und weiterführenden Schulen, Kirchen und Sportstätten macht unseren Stadtteil gerade für Familien attraktiv. Der Stadtteil leidet in vielen Teilen aber unter der additiven Verkehrsbelastung mit den dazugehörigen Parkplatzproblemen.

Auf welchem Gebiet hat sich im Stadtteil im Jahr 2017 etwas bewegt?
Für die größte Bewegung in unseren Stadtteil haben drei ehemalige Chefärzte gesorgt. Zusammen mit der Kommunalpolitik haben sie es geschafft, ein Thema, das zuvor als Tabu galt, nach vorne zu schieben und die Kliniken perspektivisch auszulagern. Wir haben 2017 diverse Themen angesprochen. Hierzu gehörten Denkmalschutz, TBZ, Mobilität, hier insbesondere das Radfahren. Dieses Thema liegt uns nach wie vor ganz besonders am Herzen!

Was ist dagegen das größte Thema, das 2017 im Stadtteil liegen geblieben ist? Auch hier das Thema Radfahren: Von der Westlichen Höhe gibt es derzeit keine „sichere“ Anbindungsstrecke an die Innenstadt, die auch Kinder unbedenklich fahren können. Beispiel Nordergraben: Altes Kopfsteinpflaster, steil, Straße nicht befahrbar für Radfahrer, da immense Unebenheiten im Belag vorhanden sind und viele Autofahrer keine Rücksicht nehmen.

Wie soll es mit diesem Thema weitergehen und wie könnte es vorankommen?
Um das Thema „Radfahrstrecken“ nach vorne zu bringen, arbeiten wir in den Arbeitskreisen der Stadt mit. Nicht nur in unserem Stadtteil weichen Radfahrer auf vermeintlich sichere Fußwege aus und gefährden hier die noch schwächeren Fußgänger.

Welches weitere Thema wollen Sie 2018 anpacken?
Der Vorstand des Stadtteilforums Westliche Höhe ist dabei, sich neu zu bilden und wird dann Themen festlegen.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Kontakt zwischen Forum und Rathaus?

Alle An- und Rückfragen sind durch das „Büro für Grundsatzangelegenheiten“ zeitnah beantwortet worden. Die Forentreffen im Rathaus waren gut organisiert und geleitet.

Wie sehen Sie das erste Jahr der Oberbürgermeisterin mit Blick auf den Stadtteil?

Als Forum hatten wir 2017 keine Berührungspunkte mit Frau Lange. Wir gehen davon aus, dass sie sich unseren Belangen gegenüber offen zeigt.

Was wünscht sich Ihr Stadtteilforum von der neuen Ratsversammlung, die im Frühjahr gewählt wird?
Wir wünschen uns, dass das Thema Mobilität vorangetrieben wird. Es ist Zeit, umzudenken. Weg von Diesel & Co, hin zu Überlegungen für zentrale E-Bike-Stationen, Fahrradparkhäuser und endlich sichere Radwege. Themen sind auch autonomes Autofahren oder kostenlose Shuttle-Services von dezentralen Parkplätzen in die Innenstadt.

Welches Thema hätte mehr Aufmerksamkeit verdient?
Sichere Rad-Schulwege für unsere Kinder. Wir haben den Wunsch an das Alte Gymnasium die AVS herangetragen.

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