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Flensburger Tageblatt

14. Dezember 2017 | 05:47 Uhr

Unfall am Goldregen : Radler tappen in die Falle

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der für Radfahrer freigegebene Fußweg an der Osterallee sorgt unter den Bürgern für Verwirrung, denn er ist nur in eine Richtung freigegeben. Immer wieder kommt es dort zu heiklen Situationen.

shz.de von
erstellt am 24.Aug.2015 | 11:00 Uhr

Flensburg | Täglich stirbt in Deutschland ein Radfahrer im Straßenverkehr – statistisch gesehen. 400 Radler wurden 2014 bei einem Unfall tödlich verletzt – mehr als im Jahr davor. Die gute Nachricht: Es waren schon einmal viel mehr. 1970 starben über 1800 Radfahrer im Straßenverkehr. In Flensburg hat es in diesem Jahr zum Glück noch keinen tödlichen Unfall gegeben. Unfälle mit Beteiligung von Radfahrern sind allerdings an der Tagesordnung. Sie geschehen meist, wenn sich die Wege von Auto- und Radfahrern kreuzen.

So war es auch vor rund zwei Wochen in Mürwik. Acht Wochen muss Ingeborg G. nun im Rollstuhl sitzen. Knie, Schienbein und Sprunggelenk sind lädiert, sie darf das Bein mehrere Wochen lang nicht belasten. Dabei wäre der Unfall vermeidbar gewesen – und wäre auch fast vermieden worden. Doch er ist typisch für diese Stelle im Radverkehrsnetz.

Die Radfahrerin fährt langsam den für Radfahrer freigegebenen Fußweg an der Osterallee herunter, nur ein paar Meter von ihrem Haus bis zur Einmündung des Goldregen. Dank ihrer Ortskenntnis weiß sie um die Gefährlichkeit dieser nur scheinbar harmlosen Einmündung und fährt besonders langsam.

Autofahrer, die aus dem Goldregen kommen, sehen von rechts kommende Radfahrer erst im allerletzten Moment, da eine Hecke und zwei Schaltkästen das Sichtfeld beeinträchtigen. An diesem Tag hält der Autofahrer an, und da er rechts abbiegen will, schaut er nur nach links. Die Radfahrerin indes denkt, er hält extra für sie – und fährt weiter. Der Pkw-Fahrer fährt an, just als die Radlerin vor seiner Stoßstange ist. Die Frau stürzt.

Immer wieder kommt es hier zu heiklen Situationen. Während der Schulzeit fahren hier jeden Morgen Dutzende von Schulkindern, zum Teil mit hohem Tempo, denn die Osterallee hat hier Gefälle. Neben der schlechten Einsehbarkeit gibt es ein weiteres Problem: Radfahrer dürfen hier eigentlich gar nicht Richtung Mürwiker Straße fahren: Das Zusatzschild „Für Radfahrer freigegeben“ steht nur in Fahrtrichtung Nordstraße.

Damit – so besagt es die Straßenverkehrsordnung – dürfen Radfahrer diesen Weg gar nicht in Richtung Westen benutzen. Sie müssen – wenn sie älter als zehn Jahre sind – auf der Straße fahren. Kinder dürfen grundsätzlich auf dem Gehweg fahren.

Die Stadt plant derzeit nicht, hier irgendetwas zu ändern, da der Einmündungsbereich offiziell kein Unfallschwerpunkt ist. Vor wenigen Jahren indes ist hier ein Schulkind mit einem Auto zusammen gestoßen; der Fahrer kümmerte sich um den Jungen und brachte ihn samt Fahrrad nach Hause.

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