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Premiere : Quirliges Stück über die Tücken des Alters

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Viel Applaus für Broschmann & Finkes Wempner-Stück „Champagner to’n Fröhstück“

Sozusagen die Besonderheit einer „hiesigen Uraufführung“ erlebte das Harrisleer Bürgerhaus-Publikum am Sonnabend. Erstmals brachte die Broschmann & Finke Theater Company von Michael Wempner und Dirk Magnussen Wempners 2009 in Cuxhaven uraufgeführte, bereits an vielen großen niederdeutschen Theatern gespielte, vom Fernsehen aufgezeichnete und in etliche Sprachen übersetzte niederdeutsche Komödie „Champagner to’n Fröhstück“ in der Heimat auf die Bühne. Im gut gefüllten Haus erlebte das humorvoll fröhliche Stück mit ernster Tiefe eine gelungene Premiere.
Beste Theater-Zutaten hat Autor Michael Wempner, der für die Produktion auch als Regisseur und Bühnenbildner fungiert, für sein Stück um das aus der Seniorenresidenz und den Fuchteln der Kinder fliehende Rentner-Duo Valentin (Manfred Schrader) und Marie (Britta Christophersen) verarbeitet: Das schwere, auch bittere Thema des Alterns, trotzdem unablässig vergnüglich hintergründige Heiterkeit, ein Bühnenbild mit vielen Türen und ebenso vielen Handlungsparallelen, dazu Herzenswärme und lebenspralle Dialoge.

Auch die wunderbare Schauspielkunst beliebter Theater-Gesichter wird zum Genuss, sorgt für andauernden, begeistert mitgehenden Zwischenapplaus. Als aufmüpfige Senioren sind Schrader und Christophersen glänzender Kern der Geschichte. Spürbare Wärme verleiht Wolf-Dieter Pencik der Rolle Freund Kuddls.

Wie aus dem echten Leben gegriffen wird Thore Petersen zu Huswirt Koslowski. Einen schweren Stand gegen die eigenwilligen Eltern, für die sie doch nur „das Beste wollen“, haben als junge Generation Carola von Sturmfeder sowie Torben Andresen. Wempner selbst schlüpft in die Minirolle des Polizisten.

Wenn Dirk Magnussen als kultig intrigant „neeschierige Nahwersch“ Frieda Finke in Kittelschürze auftaucht, geht das amüsierte Glucksen im Zuschauerraum los. Hinter dem quirligen Humor der Handlung sind es die Tiefen, die schlucken lassen: der Selbstbestimmungskampf der Alten, die nicht aufgeben, zu träumen, zum Beispiel von Champagner zum Frühstück. Begeisterter Applaus war der Dank für ein im Grunde berührendes Thema.

 


Nächste Termine: 2., 3., 10., 11., 12. Oktober, jeweils 19.30 Uhr im Bürgerhaus Harrislee, Karten bei Bücher Rüffer, Holm 19-21, Tel. 0461-140 40 60, und Bücher bei Hilary, Geheimrat-Dr.-Schaedel Str. 20, Tel. 0461-700 22 33

 

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erstellt am 30.Sep.2014 | 12:39 Uhr

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