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Wirtschaft in Flensburg : Queisser Pharma will nach Weding

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Im Gewerbegebiet „Heideland“ soll ein hochmodernes, automatisiertes Hochregal-Lager für bis zu 65 000 Paletten entstehen

Bislang machte die angestrebte Erweiterung des Gewerbegebiets „Heideland“ am Rande von Weding hauptsächlich durch das Missgeschick, eine Stromtrasse unzureichend berücksichtigt zu haben, von sich reden. Nun eine überraschende Wende. Bereits vor der Erschließung winkt ein Ansiedlungs-Coup. Das Flensburger Traditionsunternehmen „Queisser Pharma“ möchte an der Bundesstraße 200 und unweit der Autobahn-Abfahrt „Flensburg“ sein Logistik-Zentrum errichten. Damit wären auf einen Schlag ein Drittel des insgesamt 13 Hektar großen Areals belegt. „Unsere Planungen sind weit fortgeschritten“, betont Geschäftsführer Gert Bendixen.

In einer gemeinsamen Sitzung zweier Handewitter Fachausschüsse skizzierte das Management die Gründe für diesen Schritt. Demnach erzielt der Produzent für Arzneiwaren („Doppelherz“) und Ergänzungsmittel anhaltend ein jährliches Umsatzwachstum im zweistelligen Bereich, während die Kapazitäten am Stammsitz in Flensburg (Schleswiger Straße) offenbar ausgeschöpft sind. Der Ansatz, auf dem Betriebsgelände einen Anbau vorzunehmen, wurde verworfen. „Wir hätten maximal 5000 weitere Paletten-Stellplätze geschaffen, haben aber jetzt schon 6000 außerhalb angemietet“, erklärte der Logistik-Leiter Sven Müller. „Wir gehen auch für die Zukunft von einer Expansion aus.“

Also sondierte „Queisser Pharma“ die Region nach einer geeigneten Fläche. „Da uns die Stadt Flensburg kein geeignetes Grundstück anbieten konnte, erstellten wir ein Ranking für das Kreisgebiet“, berichtete Gert Bendixen. „Und unsere Nummer eins ist das Heideland.“ Dort soll nun auf vier Hektar ein hochmodernes, automatisiertes Hochregal-Lager (25 Meter) entstehen. In drei Baustufen soll Platz für bis zu 65  000 Paletten realisiert werden. Die Arbeitskräfte wären ausschließlich mit der Kommissionierung der Produkte für den nationalen und internationalen Markt beschäftigt.

Derzeit zählt „Queisser Pharma“ 47 Mitarbeiter in der Logistik-Abteilung. Die meisten würden nach Weding umziehen, nur eine Kernmannschaft am Flensburger Produktionssitz verbleiben. Dort ist auch die Verwaltung in zwei Gebäuden untergebracht. Eine Neuordnung der Büroräume in der Schleswiger Straße ist angedacht, alternativ könnte aber auch ein Umzug ins „Heideland“ erfolgen. Das Unternehmen möchte eine Optionsfläche von einem Hektar erwerben. „Wir wollen in keinem Fall in die Bredouille geraten, womöglich einen dritten Standort zu eröffnen“, erklärte Gert Bendixen.

Sein Unternehmen präsentierte eine klare Zeitschiene für das Logistik-Zentrum: Bauantrag bereits im Oktober, Baubeginn im März und Einweihung der ersten Baustufe im März 2019. „Das ist nicht nur ein Wunsch, sondern ein Muss für uns“, stellte Sven Müller klar. „Eine sportliche Terminplanung“, meinte Gerhard Beirer, Vorsitzender des Handewitter Wirtschaftsausschusses. Die politischen Gremien müssen sich nun mit einer Änderung des Planentwurfs beschäftigen, der vom Gemeinderat am 18. Juli abgesegnet werden soll. Die größte Unsicherheit liegt im Anhörungsverfahren des Bauleitverfahrens, da die Qualität möglicher Einwände nur schwer einzuschätzen ist.



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erstellt am 15.Jun.2017 | 06:55 Uhr

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