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Kommentar zum Flensburger Weihnachtsmarkt : Punschen statt parken

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wie der Weihnachtsmarkt von der Hafenkulisse profitieren und der Wochenmarkt am Südermarkt bleiben könnte

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2017 | 15:40 Uhr

 Exe, Untere Angelburger, Große Straße, Nordermarkt. Der abgelaufenen Woche verdanken wir allerhand Diskussionsbeiträge, wohin der Wochenmarkt vom Südermarkt weichen könnte, wenn bald der Flensburger Weihnachtsmarkt die Besucher von nah und fern in vorweihnachtliche Stimmung bringen soll. Vergessen wurden dabei die Vorschläge, wohin der Weihnachtsmarkt wechseln könnte. Denn dass der Weihnachtsmarkt anstelle der Obst- und Gemüse-, Wurst- und Käsehändler an anderer Stelle besser aufgehoben sein könnte, spielt bislang erstaunlicherweise kaum eine Rolle in der Diskussion.

Dabei müssten doch gerade Touristiker und Marketingexperten von einem Bild träumen: Der Flensburger Weihnachtsmarkt vor Flensburgs Schokoladenkulisse der Hafenwestseite im Hintergrund. Der Preis dafür wären nicht mehr als gut 130 vorweihnachtliche Hafenparkplätze. Wer je ernsthaft mit dem Gedanken gespielt hat, hier Besseres zu veranstalten als einfach nur Autos vor der schönsten Ansicht der Stadt abzustellen, kann jetzt zeigen, dass er es ernst meint. Punschen statt parken – falls noch ein eingängiger Stabreim dafür gebraucht wird: Die Tourismus-Agentur Taff darf ihn gern gratis nutzen.

Nur Mut. Knapp sechs Wochen Weihnachtsmarkt im stilvollen Hafenumfeld – solche Bilder würden ihre Wirkung bestimmt zwischen Kiel und Kopenhagen als launige Marketingbotschaft nicht verfehlen. Wird doch gerade Flensburgs Tourismus-Chef nicht müde zu betonen, dass es Flensburgs größtes Pfund ist, dass die Ostsee bis zur historischen Westhafenzeile in die Innenstadt reicht. Selbst einer ausgewachsenen Tanne dürfte der Umzug an die Wasserkante nicht schaden. Und die besten der neuen oder erneuerten Hotels der Stadt erreicht man vor hier aus auch nach dem siebten Punsch noch völlig mühelos zu Fuß.

Selbst der Grog-Törn des harten Seglerkerns am Museumshafen könnte sich in der weihnachtlichen Gesellschaft ganz neuer Aufmerksamkeit erfreuen. Noch Bedenken? Der bereits im vergangenen Jahr erfolgreiche Exe-Shuttle der Innenstadtkaufleute müsste doch lediglich um einen Haltepunkt an der Schiffbrücke verlängert werden.

So aber droht an immerhin elf Markttagen bis zum Jahresende die große Depression – und zwar nicht nur die der Marktbeschicker und ihrer genervten Flensburger Kunden, die Kartoffeln, Krabben und Katenschinken nicht mehr wiederfinden. Genervt sind gewiss auch all jene Geschäftsleute an der Großen Straße, die mit ihren Schaufenstern nun neben den Holzbuden auch noch hinter Obst- und Gemüsebauern versteckt werden.

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