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Flensburger Tageblatt

14. Dezember 2017 | 09:56 Uhr

Punktlandung beim Kita-Ausbau

vom

Ab heute gilt bundesweit der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren

shz.de von
erstellt am 01.Aug.2013 | 04:59 Uhr

Schleswig-Flensburg | "Der Kreis Schleswig-Flensburg ist auf einem guten Weg, was das Angebot an Betreuungsmöglichkeiten für unsere Kinder unter drei Jahren betrifft", sagt Landrat Dr. Wolfgang Buschmann anlässlich des ab heute geltenden Rechtsanspruches auf einen Betreuungsplatz. Während viele andere Gebietskörperschaften weitgehend im Dunkeln tappen, ob denn die erreichte Ausbauquote auch dem tatsächlichen Bedarf entspricht, hat es der Kreis schwarz auf weiß. Denn hier wurden die Eltern im Auftrag des Bundesfamilienministeriums direkt gefragt - mit dem Ergebnis, dass Ausbauplanung und Bedarf fast deckungsgleich sind.

Wenn alle dem Fachdienst Jugend und Familie bekannten Planungen zur Schaffung neuer Plätze in den Städten und Gemeinden vor Ort im Laufe des Jahres umgesetzt werden, steigt die mögliche Betreuungsquote für die Kleinsten in Kindertageseinrichtungen und in Tagespflegestellen auf gut 37 Prozent. Dies korrespondiert direkt mit dem errechneten Betreuungsbedarf aus der Umfrage, an der der Kreis Schleswig-Flensburg als einer von 41 Kreisen und 51 Städten in der Bundesrepublik im Mai teilgenommen hatte.

Hier wurden alle gut 4500 Eltern von Kindern im Alter von unter drei Jahren im Kreisgebiet angeschrieben. Davon haben sich knapp 44 Prozent die Mühe gemacht, anonym den vierseitigen Bogen mit fast 30 Fragen zur aktuellen Lebens- und Betreuungssituation sowie den künftigen Betreuungswünschen auszufüllen. Damit lag der Kreis Schleswig-Flensburg nach eigenen Angaben an der Spitze der bundesweit 92 beteiligten Kommunen. So seien die Ergebnisse auch durchaus belastbar und zeigten gleichzeitig das große Interesse der Eltern an den zukünftigen Betreuungsmöglichkeiten ihrer Kinder, schließt der Landrat.

Für den Kreis liege damit gerade auch für die Planungen der Betreuungsmöglichkeiten vor Ort eine wichtige Orientierungshilfe vor, da sich ein Großteil der Antworten direkt auf das eigene Umfeld in den Planungsbezirken (die einzelnen Städte, Ämter und amtsfreien Gemeinden) bezog. Mit einem vom Forschungsverbund Technische Universität Dortmund/ Deutsches Jugendinstitut aufgrund der rund 2000 Elternwünsche errechneten Betreuungsbedarf von 37 Prozent habe man geradezu "eine Punktlandung" erreicht, so der Landrat weiter.

Allerdings gibt er zu bedenken, dass es nach einem jetzt veröffentlichten ersten Zwischenbericht des Forschungsverbundes zu den Ergebnissen aus neun Kommunen, zu denen auch der Kreis Schleswig-Flensburg gehört, erhebliche regionale Unterschiede gibt. Zwischen 29 und 44 Prozent schwanken danach die errechneten Bedarfe in den einzelnen Städten, Ämtern und amtsfreien Gemeinden auf Kreisebene.

Gerade mit Blick auf die Stadt Schleswig war das Bild zuletzt noch etwas schwammig. Unklar war, wie lange es dauern wird, bis in der Stadt alle Plätze realisiert sind, die die Verwaltung in ihrer Berechnung heranzieht. Denn ein großer Teil der Bedarfsdeckung soll durch Einrichtungen der dänischen Minderheit realisiert werden, die es noch gar nicht gibt. Gestern stellte die zuständige Fachbereichsleiterin Julia Pfannkuch klar, dass sämtliche U3-Platzanfragen erfüllt werden konnten. Gleiches gelte für über dreijährige Kinder. Der dänische Schulverein habe zudem bestätigt, dass ab 1. Oktober zusätzlich zehn Krippenplätze zur Verfügung stünden, bis Ende 2014 weitere 70. Diese Plätze sind allerdings an strenge Auflagen - wie die Mitgliedschaft im dänischen Schulverein - geknüpft.

Die Ergebnisse der Elternbefragung und möglichen Auswirkungen auf die Kommunen werden im Kreisjugendhilfeausschuss am 26. August der Öffentlichkeit vorgestellt.

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