Marienhölzungsweg : Psychiatrie: Diako setzt auf Transparenz

Der Entwurf des Flensburger Architekturbüros Heino Brodersen hat sich durchgesetzt.
Der Entwurf des Flensburger Architekturbüros Heino Brodersen hat sich durchgesetzt.

Der Diako-Vorstand legt erste Pläne vor und lädt ein zu einem klärenden Gespräch mit Anwohnern.

Gunnar Dommasch von
10. Juli 2015, 11:30 Uhr

Flensburg | Zoff am Marienhölzungsweg: Der Protest gegen die geplante Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie hat sich formiert. Schon spricht man von einer „Bürgerinitiative“. Hausbesitzer auf der Westlichen Höhe wollen, wie berichtet, den Neubau verhindern, würden ihn am liebsten am Stadtrand und ungern in der Idylle eines gewachsenen Wohngebietes sehen. Sie befürchten zunehmenden Verkehr und eine Zersiedelung der Landschaft durch die stetig expandierende Diako.

Der Krankenhaus-Vorstand indes ist bemüht, den Konflikt nicht eskalieren zu lassen und ihn frühzeitig beizulegen. Er hat den Anwohnern ein Gesprächsangebot vorgelegt.

Noch stehen die Planungen ganz am Anfang. Erst jetzt hat man sich für einen der drei eingereichten Entwürfe entschieden. Das unserer Zeitung vorliegende Konzept des Architekturbüros Heino Brodersen (Flensburg) sieht ein zunächst 1,5-geschossiges Gebäude mit 1000 Quadratmetern Grundfläche vor; geplant sind helle Klinker, farblich abgesetzte Fensterbänder, für die Fassade der Multifunktionshalle ist Holz oder Sichtbeton vorgesehen, die Aufenthaltsbereiche werden von viel Glas umgeben sein.

Gerüchte, der Baustil würde sich dem benachbarten dänischen Schülerkolleg angleichen, dementiert Diako-Sprecher Ole Michel: „Die Architektur des Internats ist einige Jahrzehnte alt und entspricht nicht unseren Vorstellungen mit den Attributen einer Tagesklinik.“

Stadtsprecher Clemens Teschendorf betonte gestern auf Anfrage, dass man es hier mit einer zulässigen Baunutzung im innerstädtischen Bereich zu tun habe. Man befinde sich im Dialog sowohl mit der Diako als auch mit Ingrid Redlefsen als „Wortführerin“ der Anwohnerschaft. Im Zuge des Baugenehmigungsverfahrens müssten noch Fragen zu Stellplätzen, Einfahrten und Sicherheitsaspekten geklärt werden. „Die Umsetzung“, so Teschendorf, „muss so verträglich wie möglich erfolgen, das gilt auch für die Zielhöhe von drei Stockwerken.“

Diako-Vorstand Karl-Heinz Vorwig ließ derweil keinen Zweifel daran, dass man gewillt sei, das Bauvorhaben zu realisieren. Der Chefarzt der Tagesklinik, Heinz-Georg Löffler, ergänzte, dass die Villa Paletti aus allen Nähten platze, und er selbst zwischen fünf Standorten hin und her pendele. „Das ist keine gute therapeutische Situation und es ergibt Sinn, das zusammenzufassen.“ Die Tatsache, dass das Land nunmehr 25 Plätze genehmigt habe, spiegele den hohen Bedarf wider. „Und wir dürfen diese Klientel aus ihrem Umfeld nicht ausgrenzen.“


zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen