Glücksburg : Projekt Quellental bleibt weiter spannend

Stadtvertreter stimmen B-Plan für die traditionelle Gastronomie zu.

shz.de von
20. März 2013, 07:10 Uhr

Glücksburg | Glücksburger blicken gespannt auf die Entwicklung des früheren Restaurants Quellental, der ersten Gaststätte auf dem Ortsgebiet überhaupt. War der Bereich südlich des Yachthafens doch im 19. Jahrhundert bereits Ausflugsziel für begüterte und adelige Erholungssuchende. Peter Stahlknecht hatte 1817 dort das erste feste Gasthaus errichtet. 1909 entstand das jetzige Gebäude. Das ist marode, wie der Beschlussvorlage der jüngsten Stadtvertretung zu entnehmen ist und wird wohl einem Neubau weichen. Den plant bereits die Neueigentümerin Ute Witt, Ehefrau von Stadtrat und Glücksburg-Beauftragtem John Witt.

Die Stadtvertreter stimmten der Aufstellung der 29. Änderung des Flächennutzungsplans "Sondergebiet Tourismus Quellental" und des vorhabenbezogenen Bebauungsplans jedenfalls zu.

Ziel der Bauherrin soll sein, "ein den heutigen touristischen Ansprüchen entsprechenden gastronomischen Betrieb einzurichten". Neben dem gastronomischen Bereich soll eine Betriebsleiterwohnung entstehen. Die Adelheidquelle wird in das Vorhaben integriert werden, heißt es in der Beschlussvorlage.

Die Sitzung der Stadtvertreter nutzte Kristina Franke für ihre Kritik an dem Plan, auf Holnis mit einem neun Meter hohen First zu bauen und von der dort bisher üblichen Dachform abzuweichen. Die Einwohnerin wollte wissen: "Warum ist ein dreigeschossiges Gebäude vorgesehen?" Sonst ständen dort nur eingeschossige Häuser mit Satteldach. Stadtrat John Witt antwortete ihr: "Weil es gefällt." Das Gebäude passe dorthin. Franke ließ nicht locker und fragte weiter, warum keine genaueren Vorgaben bezüglich der Gestaltung gemacht würden, wenn die Baupläne schon vorlägen. Das sei nicht gewollt gewesen, antwortete Witt. Franke wandte sich mit ihrer Befürchtung daraufhin an die Stadtvertreter: "Das kann zum Vorbild (von Neubauten) für die gesamte Region werden", warnte sie. Es half nicht. Bei sechs Gegenstimmen sprachen sich zehn Stadtvertreter für die 4. Änderung des B-Plans Nr. 17 "Campingplatz Holnis" aus.

Dessen Betreiberin Wiebke-Sophie Volquardsen hatte im Dezember ihr Bauvorhaben öffentlich vorgestellt. Die Betreiberin des Ostseecamps Holnis möchte das vor einigen Jahren abgebrannte Haus, An der Promenade 3, ersetzen. Auf unsere Nachfrage bestätigte sie gestern ihren Plan, auf der 400-Quadratmeter-Fläche zwei Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss zu errichten.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen