Proms-Konzert in Flensburg : Premiere: Dirigent mit Laserschwert

Hier dirigiert er noch mit Takstock: Peter Sommerer und das Schleswig-Holsteinischen Sinfonieorchester beim Flensburger Proms-Konzert.
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Hier dirigiert er noch mit Takstock: Peter Sommerer und das Schleswig-Holsteinischen Sinfonieorchester beim Flensburger Proms-Konzert.

Sinfonieorchester beendet die Saison mit einer ganz eigenen „Last Night“ / Von Händel bis Abba – ein Feuerwerk der Musik

shz.de von
13. Juli 2015, 17:00 Uhr

Heiß und feurig ging’s zu im voll besetzten Theater bei der Premiere der „Flensburg Proms“. Doch zunächst stimmten am Bühnenrand 53 Fähnchen mit dem Union Jack die Zuhörer auf ein vorwiegend britisch geprägtes Programm ein. Mit britischer Gelassenheit stürmten schließlich die Musiker des Schleswig-Holsteinischen Sinfonieorchesters zu den Notenpulten und entfachten gleich eine siedende Stimmung mit der Ouvertüre zur „Feuerwerksmusik“ von Georg Friedrich Händel.

Peter Sommerer am Pult führte durch das abwechslungsreiche und farbenfrohe Programm und gab locker und launig heitere Geschichten und Anekdoten zur englischen Lebensart und den jeweiligen Musikstücken zum Besten. Und so reihte sich die selten gespielte Polka „Feuerfest“ von Johann Strauß (Sohn) an die südliche Sonne suggerierende „Espagna“ von Emanuel Chabrier, aber auch an Filmmusiken wie zum „Rosaroten Panther“ von Henri Mancini.


Eine Veranda mit Blick auf den Mississippi


In diesem Zusammenhang durften auch zwei martialische Sätze aus der alten „Star-Wars-Saga“ aus der Feder von John Williams (dem „King of Popcorn“, so Peter Sommerer) nicht fehlen: Mit Laser-Schwert bewaffnet riss der Dirigator seine Zuhörer mit Lichtgeschwindigkeit in die Phantasiewelten von Luke Skywalker, H3PO und dem ächzenden Darth Vader.

Nach so viel musikalischem Kampf war es Zeit, sich zurückzulehnen und endlich den ersehnten Sommer mit Klängen zu „Summertime“ aus der Oper Porgy und Bess von George Gershwin zu genießen. Die Sopranistin Tina Marie Herbert sang nicht nur hier mit berührender und emphatischer Stimme und führte die Zuhörer auf eine Veranda mit Blick auf den Mississippi, sondern etwas später, nach dem geschmeidig interpretierten „Sirenenwalzer“ von Emil Waldteufel, beeindruckte sie mit mitreißender Bühnenpräsenz als Cunigonde – „eine Art mördermordende Sirene“ – in der Gesangsnummer „Glitter and be gay“ (Mich um glitzert Gold) aus Leonard Bernsteins Oper „Candide“.

Und nicht zuletzt steuerten Sommerer und sein munter aufspielendes Orchester zu den „Untiefen“ unterhaltender Popmusik und dankten so ihrem treuen Publikum mit einem kleinen Medley mit Songs von Abba. Und wie bei der englischen „Last Night of the Proms“ üblich, erklang auch hier als Zugabe der berühmte und schmissige Noblesse-Marsch „Pomp and Circumstance“ Nr. 1 von Edward Elgar, bei dem im ruhigen Trio die teils Fahnen schwenkenden Zuhörer aufgefordert wurden, das berühmte Thema mitzusingen. Nach tosendem, stehendem Applaus und der Wiederholung der majestätischen Melodie wollten die Akteure endlich in ihren Urlaub.

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