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Flensburger Tageblatt

12. Dezember 2017 | 08:04 Uhr

Preis für drei Männer der ersten Stunde

vom

Unewatt-Förderpreis 2013 für die früheren Landräte Dr. Gernot Korthals und Jörg-Dietrich Kamischke sowie Ex-Bürgermeister Dietrich Caesar

shz.de von
erstellt am 13.Mai.2013 | 10:02 Uhr

Langballig | Es waren drei Männer der ersten Stunde, die gestern Nachmittag im Marxenhaus des Landschaftsmuseums Angeln in Langballig den "Une watt-Förderpreis 2013" erhielten: die beiden früheren Landräte Dr. Gernot Korthals und Jörg-Dietrich Kamischke sowie Dietrich Caesar, der ehemalige Bürgermeister und Amtsvorsteher von Langballig.

Bei der Begrüßung erinnerte der heutige Bürgermeister Peter Dietrich Henningsen in Vertretung des erkrankten Fördervereinsvorsitzenden Wolfgang Börnsen daran, dass das Museum mittlerweile seit 20 Jahren besteht, und dankte dem Kreis Schleswig-Flensburg für eine stets enge Zusammenarbeit.

In ihrer Laudatio unterstrich Elke Engelbrecht vom Vorstand des Fördervereins, dass Dietrich Caesar seinerzeit im Gegensatz zu vielen anderen sofort von der Idee einer Museumsgründung überzeugt war. Der heute 89-Jährige sei es gewesen, der die örtlichen Entscheidungsgremien mitgezogen sowie finanzielle Hilfen ausfindig gemacht und Fördertöpfe angezapft habe. Zudem sei es sein Verdienst, dass er es in seiner ruhigen, bedächtigen Art schaffte, anfängliche Bedenken zu zerstreuen "und die Unewatter zu animieren, auch an diesem Strang zu ziehen und mitzuarbeiten".

Kreispräsident Eckhard Schröder ging anschließend in plattdeutscher Sprache auf das zielgerichtete Mitwirken der beiden früheren Landräte ein. Dr. Korthals, der leider terminlich verhindert sei, habe 1985/86 wesentlich dazu beigetragen, die Idee, in Unewatt ein Landschaftsmuseum zu errichten, auf sichere konzeptionelle Füße zu stellen und die Kreisgremien für das Projekt zu gewinnen.

Ab 1987 neuer Landrat, habe dann Kamischke an entscheidender Stelle die Realisierung des Museums mit vorangetrieben. Dazu hätten die 1990 erfolgte Grundsteinlegung zur Wiedererrichtung des Marxenhauses und das "Dichtfest" im Jahre 1991 gezählt. Kamischke sei es schließlich gewesen, der 1993 das Kommando "Wasser marsch!" gegeben habe, mit dem das Wasserrad der Buttermühle und damit das Museum in Betrieb gegangen sei.

Museumsleiter Jochen Clausen sprach neben dem Jubiläum für das Museum das zehnjährige Bestehen des Fördervereins an. Dieser habe mit bisher 45 550 Euro "Projekte gefördert, die über das Soll des Kreises als Träger hinausgingen". Als Beispiele nannte er den Ankauf vieler Hinrichsen-Bilder, die Fahnenmasten und das Hinweisschild an der Autobahn.

In seinem Festvortrag unter der Überschrift "Vergangenheit erinnern - Zukunft gestalten" ging Eduard Büll, der Vorsitzende des Heimatvereins der Landschaft Angeln, auf das frühere rege dörfliche Leben und seine Gebräuche wie Hausschlachtung und gemeinschaftliches Eishaus ein, an das er sich noch gut erinnern könne. Er rief abschließend dazu auf, bei der Gestaltung der Zukunft ehrenamtliches bürgerschaftliches Engagement mit einzubringen.

Nachdem Henningsen die beiden anwesenden Preisträger geehrt hatte, kam Kamischke in seinen Dankesworten auf die Eröffnung zurück. Damals habe er gesagt, die Menschen bräuchten Erlebnis- und Kulturorte sowie solche zur Identifikation. "Mit Unewatt ist das wirklich wahr geworden!" Caesar erinnerte an die komplizierte Finanzierung des Projektes. Um Mittel der Städtebauförderung zu erhalten, habe die Gemeinde die Bauträgerschaft übernehmen müssen, aber nicht über das erforderliche Drittel an Eigenleistung verfügt. Der Kreis sei in hervorragender Weise zur Mithilfe bereit gewesen.

Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von Maria Katharina Chris tian sen am Klavier und Benedikt Lange von der Kreismusikschule in Schleswig mit seiner Trompete . Beide haben sich für den Bundesentscheid von "Jugend musiziert" qualifiziert. Er findet am kommenden Wochenende in Nürnberg statt. Dafür wünschte der Kreispräsident ihnen Glück und Erfolg.

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