Hofkultur in Flensburg : Postyr Project schmeichelt Hofkultur-Hörern

Brauchen nur wenig Zubehör:  Die Musiker von Postyr Project.
Brauchen nur wenig Zubehör: Die Musiker von Postyr Project.

Das fünfköpfige Vokalensemble aus dem dänischen Aarhus gilt derzeit als angesagter Vocal-Act. Die Gruppe betört während des Hofkultur-Festivals mit stimmlich-elektronischem "Krach".

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21. Juli 2014, 11:08 Uhr

„Wir haben noch nie direkt neben unseren Autos gespielt“ sagte Christopher am Sonnabend im Hof der Union-Bank. Der ist groß genug, um neben 200 Besuchern auch die beiden Band-Pkw neben der kleinen Bühne zu parken. Und mehr Autos braucht das fünfköpfige Vokalensemble Postyr Project aus Aarhus nicht: einen Handkoffer mit Mikrofonen, kleines Gepäck für den Computer und einige Zusatzgeräte – mit diesem Equipment reisen sie viel und gerne und gelten zur Zeit als angesagter Vocal-Act.

Das Postyr Project hebt sich durch die innovative Verbindung der Stimmen mit elektronischen Beats und Klängen von anderen A-capella-Gruppen ab. Ihr musikalisches Bestreben ist es, „das Grenzland zwischen der Sanftheit und Lebendigkeit der menschlichen Stimme und der kompromiss- und gnadenlosen Rauheit elektronischer Geräte zu erkunden“.

Postyr bedeuted „Krach“, doch außer einigen zu satten dunklen Beats schmeichelten die Stücke den Ohren. Selbstkomponierter frischer Pop wie „Run run run“ mit einfallsreichem Arrangement versetzte das Publikum in beste Sommerlaune. Abwechslungsreiche Stimmeinsätze vom Unisono-Gesang zu kunstvoll verflochtenen Stimmschleifen, dazu Einspielungen groovender elektronischer Rhythmen – das machte Spaß! Und als die Technik einmal zickte, wurde dies im Einvernehmen mit dem Publikum einfach weggelacht.

Richtig interessant wurde es in den Stücken, die sich harmonisch und elektronisch in ungewohnte Hörgefilde begaben wie in „Choosing the right direction“. Zischende und schleifende Geräusche forderten zum genauen Hören auf, zwei glockenklare Frauenstimmen vervielfachten sich und schwebten langsam in die Höhe. Und als sich in diesen musikalischen Höhepunkt die Möwenschreie mischten, war sie plötzlich da: diese typische losgelöste Atmosphäre der Hofkultur. Das begeisterte Publikum erklatschte sich mehrere Zugaben.

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