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Verkehrsunfallstatistik 2012 : Polizei nimmt Raser ins Visier

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Anstieg um 6,5 Prozent geht vor allem auf das Konto von Blechschäden. Zwölf Menschen wurden getötet.

shz.de von
erstellt am 07.Mai.2013 | 07:04 Uhr

Schleswig-Flensburg | Die Polizei hatte im Kreis im vergangenen Jahr alle Hände voll zu tun - zumindest im Straßenverkehr. Denn die Zahl der Verkehrsunfälle ist innerhalb eines Jahres um 6,5 Prozent angestiegen. 4746 Mal hat es gekracht. Dabei starben zwölf Menschen, 975 wurden verletzt. Insgesamt spricht die Polizei trotz des Anstiegs nicht von einer dramatischen Verschlechterung der Situation. Dieser resultiere vor allem aus leichteren Unfällen, bei denen keine Personen zu Schaden kamen, erklärt Polizeihauptkommissar Jörg Addix.

Tatsächlich verzeichnet die Unfallstatistik in diesem Bereich - bei den so genannten S3-Unfällen - eine Zunahme um 8,4 Prozent, während Unfälle mit Personenschäden (P) nur um 1,8 Prozent zunahmen. Addix: "Die Zahl der schweren Unfälle ist in etwa gleich geblieben, und bei Sachschäden hängt das statistische Aufkommen auch stark vom Meldeverhalten der Unfallbeteiligten ab. Insofern ist schwer ein Trend auszumachen."

Die strategische Marschroute der Polizei wird sich kaum ändern: Wie 2012 soll auch in diesem Jahr ein Hauptaugenmerk auf Raser sowie Alkohol, Drogen und Medikamente im Straßenverkehr gelegt werden. Verkehrsteilnehmer müssen im Kreisgebiet also weiterhin mit Alkoholkontrollen auch zu ungewohnten Tages- und Nachtzeiten sowie verdeckten Geschwindigkeitsmessungen rechnen. Hintergrund: Rasen und das Fahren unter Alkoholeinfluss zählen nach wie vor zu den wesentlichen Unfallursachen.

Allein 25 Prozent aller Unfälle ereigneten sich laut Statistik, weil zu schnell gefahren wurde. 210 Unfälle gingen mithin auf das Konto von Rasern. Nur das Missachten der Vorfahrt war noch häufiger die Unfallursache, insgesamt krachte es aus diesem Grund an Kreuzungen 259 Mal. Das entspricht einem Anteil von 30 Prozent. 21 Prozent der Unfälle gingen auf das Konto von Verkehrsteilnehmern, die falsch abbogen, wendeten oder Fehler beim Rückwärtsfahren begingen (insgesamt 181, 2011: 157).

Selbst für die Polizei überraschend ist der deutliche Rückgang bei Verkehrsunfällen, die sich unter Alkoholeinfluss ereignet haben. Die Zahl sank innerhalb eines Jahres um 38, die Zahl der Verletzten um 51 Prozent (68 Unfälle, 2011: 95). Dies ist auch deshalb überraschend, weil die höhere Kontrolldichte eine deutlich höhere Zahl an folgenlosen Fahrten unter dem Einfluss von Alkohol, Drogen und Medikamenten aufgedeckt hat (plus 78 Prozent). 44 Verkehrsteilnehmer wurden bei Kontrollen mit einem Blutalkoholwert von mehr als 1,1 Promille und somit absolut fahruntüchtig erwischt, von ihnen hatten 14 sogar mehr als zwei Promille Alkohol im Blut. Der Spitzenwert im vergangenen Jahr lag bei 3,07 Promille.

Vor allem die jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren bereiten der Polizei nach wie vor Kopfschmerzen. Sie waren nicht nur an jedem vierten Unfall beteiligt (27 Prozent), ihr Anteil an den Verletzten stieg zudem auf 28 Prozent und war damit fast doppelt so hoch wie im Jahr 2011. Außerdem verursachten jüngere, unerfahrenere Verkehrsteilnehmer allein 37 Prozent aller Alkohol- und Drogenunfälle. 40 Prozent der Raser, die einen Unfall verursachten, gehören ebenfalls zu den jungen Erwachsenen. Senioren hingegen verursachten in erster Linie dadurch Unfälle, dass sie die Vorfahrt missachteten, falsch abbogen oder andere Fahrfehler begingen.

Ein Schwerpunkt der Präventions- und Überwachungsarbeit wird landesweit und folglich auch im Kreis der Fahrradverkehr sein. Während Radler landesweit deutlich häufiger in Unfälle verwickelt wurden, hält sich die Zahl im Kreisgebiet in Grenzen. Die Polizei verzeichnete im vergangenen Jahr 128 Unfälle mit Radfahrer-Beteiligung, im Jahr zuvor waren es zwei weniger. Außerdem kamen 56 Fußgänger im Straßenverkehr zu Schaden.

Leicht rückläufig ist die Zahl der Kinder, die bei Unfällen verletzt wurden, ihre Zahl sank von 69 auf 66. Gefahr droht ihnen insbesondere, wenn sie von den Eltern im Auto nicht ordnungsgemäß gesichert sind. Hier wird die Polizei weiterhin intensiv kontrollieren. Dass sie damit nicht falsch liegt, zeigt die Statistik 2012 ebenfalls: In 2100 Fällen waren Fahrer oder Mitfahrer nicht angeschnallt.

Elf Unfallschwerpunkte wurden im vergangenen Jahr im Kreis ausgemacht, die gegebenenfalls mit "Veränderungen im Verkehrsraum" entschärft werden sollen. Ob dies geschieht, entscheidet eine Unfallkommission aus Experten von Verkehrsbehörden und Polizei. Acht Unfallschwerpunkte stehen dabei besonders im Fokus (siehe unten).

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