zur Navigation springen

Harniskai in Flensburg : Polizei kontrolliert auf dem Kreuzfahrer „Braemar“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

800 Passagiere und eine 400 Mann starke Crew wurden bei der Einreise von der Grenzpolizei überprüft.

shz.de von
erstellt am 20.Jul.2017 | 06:47 Uhr

Flensburg | Einen derart schwergewichtigen Gast hat Flensburg nicht alle Tage. Doch irgendwie scheint die MS „Braemar“ Gefallen an der Fördestadt gefunden zu haben. Nach dem Premierenstopp im Juni 2015 war das Kreuzfahrtschiff unter der Flagge der Bahamas Ende April und im Juni 2016 sowie am 21. April dieses Jahres schon einmal hier und entließ seine Passagiere zu einer Sightseeing-Tour.

Nach gründlicher Überprüfung dürfen die Passagiere von Bord gehen.
Nach gründlicher Überprüfung dürfen die Passagiere von Bord gehen.
 

Am Mittwoch legte das 196 Meter lange und 22,5 Meter breite Schiff unter neugierigen Blicken erneut am Harniskai an und wollte seine Gäste an Land gehen lassen. Wieder wurden sie von bestem Flanierwetter erwartet – aber auch von drei Beamten der Bundespolizei Flensburg.

Die Delegation war gekommen, um die Einreisevoraussetzungen für Deutschland zu überprüfen – eine normale grenzpolizeiliche Kontrolle und deshalb notwendig, weil Flensburg für das aus Southampton kommende Schiff die erste Station eines Schengen-Staates war. „Das gilt genauso wie für einen russischen Frachter“, sagt Hanspeter Schwartz, Sprecher der Bundespolizei. Schwarzarbeit oder Versicherungsvergehen seien nicht überprüft worden. „Das ist Sache des Zolls.“

Schon ein bis zwei Tage vor Ankunft hatte die Bundespolizei mit ihrem Einreise-Check begonnen. Die Namen und Nationalitäten der Crew wie auch der Passagiere waren ihnen zuvor von der Reederei Fred Olsen übermittelt worden. „Die haben wir einmal über den Computer gejagt“, sagt Hanspeter Schwartz. Ein spezielles Programm erkennt im Handumdrehen, ob möglicherweise Haftbefehle oder eine Fahndungsnotierung vorliegen. Das Ergebnis: negativ.

Wer von der Mannschaft gestern die MS Braemar für einen Ausflug verlassen wollte, um einen kleinen Ausflug zu machen oder Proviant zu besorgen, musste ein Visum oder sein Seefahrtsbuch vorlegen. Die Mitarbeiter erhielten an Bord einen Passierschein. Auch die Passagiere wurden überprüft – bei 15 von ihnen, die aus nicht Schengen-Staaten kamen, mussten die Dokumente gestempelt werden. Das ganze Prozedere dauerte nicht länger als eine Stunde. „Wir wollten niemanden behindern und alles möglichst schnell absolvieren.“ Viel Zeit hatten die Gäste für ihren Landgang nicht. Bereits um 18 Uhr fuhr das imposante Schiff weiter nach Travemünde.

Der Betreuungsschlüssel auf der MS „Braemar“ ist so luxuriös wie die gesamte Ausstattung des Schiffes. 400 Crewmitglieder stehen 800 Passagieren gegenüber. Der Altersdurchschnitt liegt bei Mitte 70. Die betagten Kreuzfahrer dürfen sich größtmöglicher Fürsorge gewiss sein. Ihnen stehen Sauna, Fitnessraum, Beauty Center, mehrere Restaurants und Bars zur Verfügung. Und selbstverständlich auch medizinisches Personal.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen