zur Navigation springen

Campus Flensburg : Politikwissenschaft im Container

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Finanzministerin Monika Heinold überzeugt sich von der Qualität der neuen Container-Bauten an der Europa-Universität

shz.de von
erstellt am 20.Dez.2016 | 07:33 Uhr

„Einführung in die Politikwissenschaft“ mit Prof. Michael Ruck ist die erste Lehrveranstaltung der Europa-Universität Flensburg in den jüngsten Räumlichkeiten der Hochschule. Die Veranstaltung mit 30 Erst- und Drittsemestern wurde gestern einmal kurz unterbrochen, und hereinspaziert kam Schleswig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold. Sie wollte sich persönlich davon überzeugen, wie die neuen Container denn von innen aussehen und ob sie sich für den Unterricht eignen.

„Es hallt nicht“, ist die erste Reaktion der 21-jährigen Studentin Jasmin Dieckmann. Alles sei okay mit den neuen Räumen, es gebe nichts zu bemängeln. Nach fast zwei Stunden Unterricht muss dringend gelüftet werden, aber das ist kein Mangel. Es riecht nach frischem Holz in dem Gebäude, das man über eine leicht ansteigende Rampe aus Metall betritt. „Wo sind denn die Container?“, fragt ironisch Uni-Präsident Werner Reinhart. In der Tat wirken die beiden grauen Flachbauten gegenüber des Hauptgebäudes nicht wie klassische Wohn- oder Bürocontainer. Jeweils 27 von ihnen sind zu einem Gebäude mit Flur und sechs Seminarräumen für jeweils 30 Studenten zusammen gefügt. Es gibt Licht, Strom und Heizung, jeder Raum hat einen Beamer, und sogar das WLan funktioniert an diesem ersten Betriebstag – „ganz entgegen der Erwartung“, wie Prof. Ruck etwas sarkastisch anmerkt.

Eigentlich hätten die neuen Räume schon zu Beginn des Wintersemesters fertig sein sollen. Das war am Ende nicht zu schaffen, weil für Schul- oder Unterrichtsgebäude eine Reihe von Auflagen zu erfüllen seien, wie Uni-Kanzler Frank Kupfer am Rande der Eröffnung sagte. Als Beispiel nannte er die Podeste, die vor jedem Notausgang außen montiert werden mussten, obwohl alle Räume ebenerdig liegen. Auch die Statik wurde besonderen Prüfungen unterzogen.

„Die am schnellsten wachsende Hochschule Schleswig-Holsteins“ – Selbsteinschätzung des Präsidenten – bekommt weitere Behelfsbauten. Hinter dem Erweiterungsbau ganz in der Nähe der Osttangente sind die Bagger bereits angerückt. Insgesamt liefert der Frankfurter Hersteller, der die Container für Flensburg in Rendsburg produziert, 507 einzelne Container, für die das Land 13 Millionen Euro investiert. Sie werden vor Ort miteinander verbunden. Ziel sei eine Fertigstellung bis zum Mai 2017, so Kupfer.

Die Universität hob als erste den Finger, als die Container, die das Land ursprünglich für die Unterbringung von Flüchtlingen bestellt hatte, frei wurden. Grund war der nicht erwartete starke Rückgang der Flüchtlingszahlen Anfang des Jahres.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen