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Verkehrsplanung : Politik macht Ernst mit Zweispurigkeit

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

CDU, SPD, Grüne und Linke beschließen Planungsauftrag an die Verwaltung / FDP, SSW und WiF sind gegen die Änderungen

shz.de von
erstellt am 14.Mai.2014 | 12:00 Uhr

Die Politik macht Ernst: SPD, CDU, Grüne und Linke wollen den Straßenzug Ballastbrücke / Kielseng / Ziegeleistraße womöglich auf zwei Spuren zurückbauen und haben gestern die Verwaltung mit einer entsprechenden Planung beauftragt. Daran sind gewisse Bedingungen geknüpft. So soll die Planung sicherstellen, dass der Verkehrsfluss sichergestellt wird und es keine „unzumutbaren Verlagerungen des Verkehrs auf andere Straßen“ gibt. Zugleich sollen die Bedingungen für Radfahrer und Fußgänger auf dem Straßenzug verbessert werden, der zudem attraktiv gestaltet und zumindest temporär auch als Parkraum nutzbar gemacht werden soll. Nach den derzeitigen Bauarbeiten darf das TBZ erst dann vierspurig asphaltieren, wenn der Planungsausschuss einen entsprechenden Beschluss gefasst hat.

Im Planungsausschuss wurde gestern kontrovers diskutiert. SSW, FDP und WiF lehnen den Rückbau der vierspurigen Straße ab. „Wir erwarten keinen ernsthaften Vorteil durch die Veränderungen“, sagte Ron Jeromin (WIF). Glenn Dierking sprach von einem „ideologischen Antrag“. Axel Kohrt hingegen verwies darauf, dass man „niemandem etwas wegnehme“ und dass für 14 000 Autos pro Tag zwei Spuren ausreichen. Es werde genügend Platz für Linksabbiegespuren bleiben. Die Panikmache der Ablehner sei „völlig fehl am Platze“, sagte Pelle Prieß (Grüne). Man hätte die „Überkapazitäten“ viel früher in Frage stellen müssen.

Sehr besorgt über die Ideen zeigte sich gestern Thorsten Oest, Geschäftsführer der beiden Best-Carwash-Filialen in Flensburg, eine davon mit der Adresse Kielseng. „Wir haben durch die aktuelle Baustelle enorme Probleme. Der laufende Verkehr hat seit Beginn der Bauarbeiten ständig abgenommen.“ Aus Gesprächen mit anderen Gewerbetreibenden vor Ort wisse er, dass die Lage dort ähnlich ist. „Wir brauchen für unseren Betrieb eine gute Frequenz und eine gute Erreichbarkeit.“ Die sei bei Zweispurigkeit nicht mehr gegeben. Deshalb ist Oest davon überzeugt, dass eine Zweispurigkeit langfristig das Gewerbegebiet gefährden würde.

Oest betont, dass sein Unternehmen 2002, als es mit der Planung für Kielseng begonnen hatte, gut von der Stadt betreut worden sei. Umso mehr wundert er sich jetzt, dass er noch nicht informiert worden ist. „Man hat mit uns noch nicht über das Thema gesprochen.“

Nicht ganz so besorgt sind einige Anlieger in Sonwik; hier hat Rolf Jensen (Steuerberater Müller & Partner) ein Stimmungsbild bei einigen Mietern abgefragt. „Man fühlt sich uninformiert, es gibt gewisse Befürchtungen“, so Jensen. Außerdem gebe es eine Tendenz zum Status quo – also der bestehenden Vierspurigkeit. „Wir möchten gehört werden und sind hoffnungsfroh, dass dies auch bald geschieht“, so Jensen.

 

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