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Nach der Wahl : Politik für Anfänger: Die Neuen im Rat

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Ratsversammlung konstituiert sich am 20. Juni mit 18 neuen Ratsvertretern. Neuling Kuhls: "Das Volk hat sich zu zwei Dritteln abgewendet".

shz.de von
erstellt am 28.Mai.2013 | 07:21 Uhr

Flensburg | Die Würfel sind gefallen, die Stimmen gezählt, die Wunden geleckt: Die neue Ratsversammlung wird wie schon die alte 43 Mitglieder haben. Doch fast jeder zweite Platz im Ratssaal wird neu besetzt: 18 Debütanten wird der Rat bei seiner konstituierenden Sitzung am 20. Juni aufweisen. Die 43 Ratsfrauen und -herren verteilen sich auf sieben Fraktionen; dazu kommt Karsten Kuhls von der Wählerinitiative Flensburg wählen, die jedoch mit nur einem Ratsvertreter keinen Fraktionsstatus erhält.

Deshalb werde man Mitte der Woche beraten, wie man mit der Situation umgeht. Angesichts der kurzen Anlaufzeit durfte man nicht mit mehr als den erreichten 2,9 Prozent rechnen. "Aber wir hatten schon gehofft, zumindest den Fraktionsstatus zu schaffen", räumt Karsten Kuhls ein. Es sei theoretisch denkbar, eine Fraktionsgemeinschaft einzugehen. Ansprechen müsse man auf jeden Fall die niedrige Wahlbeteiligung. "Da ist ein dramatischer Punkt erreicht. Das Volk hat sich zu zwei Dritteln abgewendet; damit ist die Systemfrage gestellt."

Der Flensburger Campus, der im Wahlkampf eine prominente Rolle spielt, wird im künftigen Rat stärker vertreten sein. Der SSW ist mit dem 27-jährigen Studenten Philipp Bohk dabei, die Grünen mit der Pädagogin Birte Lehmpfuhl, die auf dem Campus beschäftigt ist, und die SPD mit dem Lehramtsreferendar Arne Gräfingschulte, der in Flensburg Sonderpädagogik studiert hat.

Letzterer hofft, die Verbindung zwischen Hochschulen und Stadt zu intensivieren. Er möchte sich unter anderem um die Ganztagsschule und um das Thema Inklusion kümmern. "Auf kommunalpolitischer Ebene kann man noch richtig etwas bewegen", sagt der aus Wilhelmshaven stammende 29-jährige Freizeit-Fußballer.

Birte Lehmpfuhl, 33, kommt aus der Gewerkschaftsecke, hat bei Verdi in Kiel gearbeitet, das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg gemacht und in Sonderburg Kultur- und Sprachvermittlung studiert. Sie ist erst seit drei Jahren bei den Grünen, mit denen sie "die größte Schnittmenge" habe: das "Prinzip der gegenseitigen Stärkung, alle mitnehmen, Stärkere sowie Schwächere".

Philipp Bohk, der als Student schon ein kleines Unternehmen hat, interessiert sich vor allem für die Stadtentwicklung und für Verkehrsfragen: "Die Nutzung des Fahrrads muss gestärkt und politisch umgesetzt werden". Doch auch für Autofahrer will er etwas tun: "In Flensburg gibt es offenbar ein Verkehrsbehinderungskonzept. Solche Ampelschaltungen habe ich noch in keiner Stadt erlebt."

Wie Birte Lehmpfuhl ist auch Gabi Ritter über gewerkschaftliche Aktivitäten in die Politik gekommen. Seit zwei Jahren engagiert sie sich bei den Linken und zieht zusammen mit deren Vordenker Heinz-Werner Jezewski in den Rat ein. Vor allem soziale Fragen beschäftigen sie. Mit denen kommt sie bei ihrer derzeitigen Tätigkeit als Aushilfe bei einem Discounter "an der Kasse, aber auch im Personalraum" in Berührung.

Ingrid Jürgensen, 41, freut sich auf die Aufgabe, "etwas mit zu gestalten in meiner Heimatstadt". Aus ihrer beruflichen Tätigkeit in der Rechtsabteilung der Handwerkskammer leitet sie ihr Interesse für das Thema berufliche Bildung ab. Ein weiteres Anliegen ist der neuen CDU-Ratsfrau die Sportförderung, vor allem bei Kindern.

Marc Paysen hat fünf Jahre lang im Fraktionsbüro der WiF im Rathaus gearbeitet und wechselt jetzt in den Ratssaal. Der gelernte Speditionskaufmann möchte sich Verträgen der Stadt gern mit kaufmännischem Blick nähern. Er bezeichnet sich als "unparteiisch, aber nicht positionslos", interessiert sich für Bildung und für Verkehrsplanung, habe auch einen "sozialen Blick".

Christian Koch ist seit 2004 für die FDP aktiv und möchte im Rat daran arbeiten, Flensburg zur Großstadt zu machen. Dazu gehören auch Gespräche mit den Nachbargemeinden - mit dem Ziel einer Fusion zur Großstadt, von der alle Vorteile hätten.

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