Eckener-Haus : Politik einig: Flensburgs Geschichte braucht Platz

Geschlossene Tür unter dem Zeppelin: Das leer stehende Eckener-Haus wird wohl doch nicht Museum.
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Geschlossene Tür unter dem Zeppelin: Das leer stehende Eckener-Haus wird wohl doch nicht Museum.

Eine intensive Diskussion gab es im Kulturausschuss über den Vorstoß der CDU. Gemeinsamer Antrag ist in Arbeit.

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24. Mai 2015, 15:30 Uhr

Flensburg | Dann doch. Der Vorstoß der CDU-Fraktion für ein Haus der jüngeren Flensburger Stadtgeschichte war nicht vergebens. Die Absichtserklärung der Christdemokraten hatte zwar fix die SPD und den SSW auf den Plan gerufen, die sich aber nur auf den im CDU-Antrag enthaltenen Teilaspekt kaprizierten, der Geschichte ein eigenes (Eckener-)Haus zu geben. Am Ende der jüngsten Sitzung im Kulturausschuss stand aber große Einigkeit in der Sache – und ein neuer Ansatz. Ein gemeinsamer Antrag für eine zeit- und sachgemäße Darstellung der Flensburger Geschichte soll es jetzt richten.

Bis dahin wird noch etwas Zeit vergehen. Denn der Kulturausschuss kommt erst im September zu seiner nächsten Sitzung zusammen. Ausschussvorsitzende Gabriele Stappert fürchtete schon, dieses Thema könnte im dann anstehenden Wahlkampf um das Oberbürgermeisteramt zerredet werden – aber dafür waren die Positionen zu positiv. Ratsherr Thomas Dethleffsen erntete keinen Widerspruch, als er sagte: „Wir sind uns doch alle einig, dass uns so etwas fehlt.“

Was der Ausschuss nicht durchdeklinierte, war die Finanzierung des Projektes. Michael Fuhr, Hausherr auf dem Museumsberg, beschied dem CDU-Antrag auch klipp und klar, das darin geforderte Konzept für eine stadtgeschichtliche Ausstellung einschließlich verlässlicher Kostenschätzungen nicht liefern zu können. Jedenfalls nicht bis September. Fuhr vermisste in der Aufgabenstellung das Konkrete. Die Politik müsse sagen, welchen Rahmen sie gespannt sehen möchte. Welche vorhandenen stadthistorisch relevanten Präsentationen sie einbeziehen möchte, welchen Ausschnitt aus der in der Tat spannenden Geschichte Flensburgs sie gezeigt haben möchte. Er verwies auf Einrichtungen wie die Museumswerft das Wehrgeschichtliche Ausbildungszentrum der Marine oder auch auf die vor drei Jahren auf dem Museumsberg eingerichtete Abteilung zum Thema Flensburg – eine Stadt und ihre Menschen. „Wenn alle Beteiligten sich gemeinsam Gedanken machen, bin ich der Erste, der sagt, ich bin dabei. Aber hilfreich wäre es schon, wenn wir Rahmenbedingungen hätten, eine Richtlinie, was man sich wünscht.“

Das wohl zweitwichtigste Ergebnis betraf das Naturkundliche Heimatmuseum, das im Zuge der Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung häufiger mal auf der Streichliste gelandet war. Pelle Hansen (Grüne) und Helmut Trost (SPD) argwöhnten, die CDU plane, diese Einrichtung für ein Haus der Stadtgeschichte zu opfern. Aber Dethleffsen, der als Finanzpolitiker durchaus mit einer Kosten senkenden Stilllegung geflirtet hatte, war sogar bereit, es allen Fraktionen schriftlich zu geben. „Ich möchte kein Naturwissenschaftliches Museum schließen!“

Die kulturpolitischen Sprecher der Ratsfraktionen wollen in gemeinsamer Sitzung mit Michael Fuhr eine neue Beschlussvorlage erarbeiten, die dann nicht mehr auf ein neues Museum zielt, sondern auf einen Fahrplan für die Errichtung einer ständigen Präsentation an einem noch nicht bekannten Ort.

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