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Konzert im Max : Pohlmann – ein guter Gewinner

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Am Tag nach Platz zwölf beim Bundesvision-Song-Contest hat der Wahl-Hamburger in Flensburg seine Tour begonnen – mit wachsender Verve

Und dann kam auch noch die Polizei. Nach schlechtem Schlaf und auf dem Weg von Platz zwölf (von 16) beim Bundesvision-Song-Contest in Mannheim Richtung Flensburg zum Tourauftakt müssen die Band und Pohlmann zu allem Überfluss ihre beiden Bullis umpacken – wegen Überladens. Zwei Songs zum Aufwärmen am Freitagabend im Max in Flensburg müssen reichen, dann muss Ingo Pohlmann reden. Der Sänger und Songschreiber aus Hamburg, der beim Musikwettstreit für sein Heimatland Nordrhein-Westfalen angetreten ist, spricht vom gestrigen als „schönstem Tag meines Lebens“. Oder hat er „schlimmstem“ gesagt? „Jetzt sind wir hier, und ihr seid da“, schließt er sein Resümee und singt.

Der 41-Jährige will kein schlechter Verlierer sein. Und er ist es nicht, sondern geerdet und gut. „Atmen“, sein Song für Mannheim, läuft nach vorn mit brummigen Gitarren und treibender Rhythmusgruppe, erzählt wie so oft mit klug gewählten oder um die Ecke gelegten Worten eine feine Geschichte. Und wie so oft an diesem Abend landen die fünf Musiker auf Punkt. Der Publikumschor singt trotzdem weiter, nochmal den Chorus, übrigens überwiegend in Sopranlage. „Da hab’ ich mir echt ein Ei gelegt“, bemerkt der Frontmann lachend und demonstriert nochmal trocken den anspruchsvollen Wechsel von tiefen auf hohe Töne bei „Atmen“. „Der erste Gig auf Tour“, ruft Pohlmann beinahe wie erleichtert und wird gefeiert.

Spätestens von hier an klingt jeder Song wie eine Zugabe, als gäb’s danach keinen mehr und müssten die Musiker alles geben, was sie haben. Die Galerie ist zum Teil gesperrt, das Max zwar nicht überfüllt, aber übermütig. Kein Lied folgt mehr ohne (Damen-)Chor, Pohlmann nimmt die Bewegungen auf, schwimmt auf der Welle wie erleichtert, vergisst vielleicht, was im Fußball Schlappe heißt.

Zwischen Rock ’n’ Roll und Reggae platziert der Wahl-Hamburger die eine oder andere Ballade, denn seine Stimme kann Töne tragen und sein typisches Falsett vervollkommnet so manchen Vers. Mit „Fliegende Fische“ macht die Combo Dampf und Laune; Mädchen und Rabauken singen „Mädchen und Rabauken“ textsicher mit. Gleiches gilt für noch einen Ohrwurm – „Wenn jetzt Sommer wär“ – und noch einen „Für Dich“. Der zählt zu den unzählbaren Zugaben, die nur pure Spielfreude bedeuten kann. Pohlmann sagt, schließlich habe er aus rund 50 Lieder von vier Alben wählen müssen, die er bei weiteren Konzerten anders aneinander reihen will. Er hat sich in Flensburg ausgetobt, ausprobiert, auskuriert. Und die Zeile zum Weitermachen gibt’s schon lange und stammt von ihm: „Auch wenn es scheint, dass nichts gelingt, ist manchmal das, ganz genau das, was uns weiterbringt.“

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erstellt am 29.Sep.2013 | 18:47 Uhr

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