Flensburger Brauerei : Ploppen gegen den Bundestrend

In Reih’ und Glied: Millionen wurden in neue Abfüllanlagen investiert.
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In Reih’ und Glied: Millionen wurden in neue Abfüllanlagen investiert.

Neue Sorte im März: Flensburger Brauerei hat 25 Millionen Euro investiert und sieht ihren Kurs bestätigt

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19. Januar 2018, 18:24 Uhr

Der Absatz wächst minimal, der Umsatz immerhin um acht Prozent: Vor allem mit Blick auf die Konkurrenz im deutschen Biermarkt sieht sich die Flensburger Brauerei in ihrem Kurs bestätigt. Während die deutschen Brauer bis November 2017 ein Absatzminus von 1,7 Prozent verzeichneten, konnten die Flensburger mit ihren Produkten um 0,5 Prozent zulegen. Das Umsatzplus von acht Prozent führen sie vor allem auf den Export zurück.

Geschäftsführer Andreas Tembrockhaus sortiert die mittelständische Brauerei ganz im Norden auf Platz 20 in der Rangliste der 1400 deutschen Brauereien ein; darunter seien jedoch 670 kleine bis winzige Craft-Beer-Betriebe, ergänzt sein Kollegen Hans-Peter Heyen, Technik-Direktor bei Flens. Insgesamt haben die Flensburger im vergangenen Jahr 595 000 Hektoliter produziert und verkauft, davon 555 000 im Inland. Auch das Personal ist gewachsen: 2017 habe man 20 Personen neu eingestellt, die meisten im technischen Bereich. Die Flens-Belegschaft ist jetzt 205 Leute groß.

In den beiden zurückliegenden Jahren hat die 1888 gegründete Brauerei Investitionen von 25 Millionen Euro umgesetzt. So wurde eine komplett neue Abfülllinie angeschafft, eine weitere in großen Teilen erneuert.

Und in diesem Jahr geht es weiter. Diesmal geht es um eine besondere Abfüll-Anlage mit einem Thermotunnel. Denn im März bringt die Brauerei ein alkoholfreies Radler auf den Markt, das – wenn auch wenig – Zucker enthält. Für die Haltbarkeit müsse dieses Produkt bei der Abfüllung leicht erwärmt werden, erläuterte Heyen.

Von den insgesamt 16 Sorten sind vor allem das Edle Helle, das Frei, das Radler und die Fassbrause Zitrone gewachsen. Auch die neuen Produkte der „Brau-Art“-Reihe hätten sich besser entwickelt als erwartet, so Tembrockhaus.

Leichte Kritik übte er an der Preispolitik einiger großer Brauereien, die ihre hochwertigen Biere für zu niedrige Preise zum Teil „verschleudern“ würden. „Das tut uns dann irgendwann auch weh.“ Ein hochwertiges Produkt habe seinen Preis.

Mittlerweile kann man Flens in 50 Ländern weltweit kaufen. Besonders gut hätten sich China, Russland und Italien entwickelt; insgesamt sei der Export um 17 Prozent gewachsen.

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