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Wirtschaft in Flensburg : Plop! Mit 20 Millionen Euro in die Zukunft

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Flensburger Brauerei weiht neue Abfüllanlage als Hauptteil eines großen Erneuerungspakets ein / 5,5 Kilometer Transportbänder wurden installiert

shz.de von
erstellt am 11.Feb.2017 | 07:36 Uhr

Die Waschmaschine hatte die kürzeste Anreise. Sie kam aus dem Gewerbegebiet am Schäferweg zum Gelände der Flensburger Brauerei – rund vier Kilometer. Der Rest der Anlage hatte es deutlich weiter: 870 Kilometer vom Hauptstandort der Firma Krones in Neutraubling bei Regensburg. Die Flensburger Tochter hat sich auf Flaschenwaschanlagen spezialisiert. Krones baute, lieferte und installierte die neue Abfüllanlage der Flensburger Brauerei, die gestern offiziell eingeweiht wurde.

Sie ist so etwas wie das technische Herzstück der Brauerei. Hier landet das Bier, wenn es fertig ist. Nach wenigen Minuten verlässt es die geräumige Halle, die entkernt und quasi neu aufgebaut wurde, durch den Tunnel in Richtung Außenlager – in einer von bis zu 40  000 Flaschen, die die neue Anlage in einer Stunde füllen kann, in einer von 1800 Kisten Flens. Eine moderne, leistungsfähige und zuverlässige Abfüllanlage ist ziemlich wichtig für eine Brauerei, deren Produktion und Absatz gegen den Trend der Branche seit Jahren wächst.

Der Lärm in der Halle hält sich überraschend in Grenzen – selbst nachdem der rote Knopf für den symbolischen Start gedrückt worden ist. In der alten Halle war bei vollem Betrieb ein Gespräch kaum möglich. Beim Bau der neuen Anlage wurden eigens Schalltechniker engagiert, um das Geklapper und Geklirre in Grenzen zu halten, wenn die erst leeren und dann vollen Flaschen über die 5,5 Kilometer Förderbänder zur Verpackungsstation laufen.

Da es gestern um Technik ging, hatte Hans-Peter Heyer das Wort; er ist Technischer Direktor der Brauerei. Sein Kollege Andreas Tembrockhaus saß entspannt und hemdsärmelig im geheizten Festzelt bei Mitarbeitern und Gästen. Heyen berichtete, dass der Vor-Vorgänger der neuen Anlage noch im Altbau an der Ecke Munketoft über drei Etagen arbeitete. 1980 wurde sie in eine Halle im Hof verlegt. Doch auch diese Anlage sei gerade in den letzten Jahren der Hochproduktion an ihre Grenzen gekommen: „Die jetzige Investition kommt kein Jahr zu früh.“ 200 Tonnen wiegt die neue Anlage, dafür musste erst der Boden ertüchtigt werden. Er ist mit 230  000 Sechseck-Fliesen belegt.

Sie sei „ein deutliches Signal der Inhaberfamilie für das Vertrauen in die Arbeit der Menschen und in die Zukunft des Unternehmens“, so Heyen, dessen Dank an die Mitarbeiter der Abfüllung, an das gesamte Montageteam von Krones und anderen beteiligten Unternehmen ging, aber auch an die anwesenden Vertreter des Beirats und der Gesellschafter.

Für Schichtleiter Bodo Olsen war es nicht die erste Einweihung einer so großen und teuren Anlage. Seit 32 Jahren arbeitet er bei der Brauerei und kann sie anschaulich erklären – von der Waschanlage über die elektronische Fehlererkennung und die eigentliche Abfüllung, die dann folgende Aufteilung in zwei parallel laufende Bänder bis zur doppelten Verschlussanlage, wo zum Beispiel auch eine fehlende Bügelspannung automatisch erkannt wird, weiter bis zur Etikettiermaschine, die vier Etikette klebt, und schließlich zur Verpackung, wo die Flaschen in die Kisten wandern. Von der Galerie aus verfolgte Olsen tiefenentspannt die offizielle Einweihung und die ruhige, professionelle Überwachungsarbeit seines Teams zwischen den glänzenden, ratternden Edelstahl-Laufbändern.

Um 6,5 Prozent steigerte die Brauerei 2016 ihren Absatz, während er in der Gesamtbranche knapp rückläufig war. Trotz eines nicht gerade berauschenden Sommerwetters, das für die Getränkebranche ein entscheidender Faktor ist, wurde der Absatz um 30  000 Hektoliter erhöht. Ganz frisch auf dem Markt sind die beiden neuen Biersorten „Blonde“ und „Dark Amber“.

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