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Hilfe im Advent : Plötzlich steht der Kopf in Flammen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zwei Jahre, nachdem Räuber in überfielen und anzündeten, leidet Torsten Rüschmann noch immer unter den Folgen. Als Obdachloser fehlt ihm das Geld für wichtige Medikamente, die er sich ohne fremde Hilfe nicht leisten könnte

shz.de von
erstellt am 07.Dez.2013 | 14:00 Uhr

Es müssen unvorstellbare Schmerzen für Torsten Rüschmann gewesen sein, als Haare und Kopfhaut in Flammen aufgingen. Über zwei Jahre ist es her, dass Räuber den schlafenden Obdachlosen am Flensburger ZOB überfielen und seinen Kopf anzündeten. Seine Haare und große Teile der Kopfhaut verbrannten. Deshalb ließ sich der 56-Jährige Haut seines Beins auf den Kopf pflanzen.

Von Hass gegenüber den Tätern ist bei ihm nichts zu spüren, obwohl er sich noch heute wegen der Verbrennungen regelmäßig medizinisch behandeln lassen muss. Doch für die Medikamentenkosten muss er teilweise selbst aufkommen. „Ich brauche ein Antiseptikum.“ Das Geld dafür hat der Obdachlose allerdings nicht. Hilfe bekam er von Michaela Ketelsen, der Leiterin des Tagestreff, einer sozialen Einrichtung der Diakonie für obdachlose Männer und solche mit Wohnproblemen. Dort ist Rüschmann regelmäßig Gast. Dank Spendengeldern können seine Medikamente finanziert werden.

Und nicht nur diese: Der 56-Jährige brauchte auch einen neuen Personalausweis. „Der kostet mich knapp 30 Euro plus sechs Euro für die Passbilder.“ Geld, das er nicht hat, weshalb der Bürgerfonds einsprang. Was für die meisten nur ein lästiger Gang zum Amt ist, stellte für Torsten Rüschmann eine unüberwindbare Hürde dar.

„Den Ausweis brauche ich, denn ansonsten kann ich meine Rente nicht bei der Bank abholen“, erklärte Rüschmann. Monatlich wird ein Scheck in Form eines Briefes an den Tagestreff geschickt, der Postadresse des 56-Jährigen. Und nur gegen Vorlage des Briefes und seines Personalausweises bekommt Rüschmann sein Geld ausgezahlt. Dieses Problem hat er bald wohl nicht mehr. Denn Rüschmann will sich ein festes Bankkonto einrichten – doch auch dafür benötigt er seinen Ausweis. „Ich bin dem Tagestreff und dem Bürgerfonds für seine Unterstützung sehr, sehr dankbar.“

Das gilt auch für einen anderen Besucher des Tagestreffs, der seinen Namen nicht nennen will. Der 54-jährige Bauarbeiter ist gesundheitlich angeschlagen, kann seinen Beruf nicht mehr ausüben und bezieht Hartz IV. Als er im April feststellte, dass seine Sehkraft nachlässt und er Texte nicht mehr lesen konnte, ging er zum Augenarzt. „Der meinte sofort, dass ich eine Brille bräuchte.“

Die kostet aber inklusive Gestell 99 Euro. „Wie soll ich das denn von dem Hartz-IV-Satz bezahlen können, wenn die Krankenkasse nichts davon übernimmt?“ Auch ihm konnte dank der Spendengelder aus dem Bürgerfonds geholfen werden. Ohne den wäre der Mann aufgeschmissen. „Gut, dass es den Bürgerfonds gibt.“


Der Bürgerfonds „Flensburg hilft“, vor mehr als drei Jahren initiiert von Stadt, Tageblatt und Kirchenkreis, unterstützt das ganze Jahr hindurch Menschen in konkreten Notlagen. Das ganz besonders auch im Monat Dezember, wenn die „Hilfe im Advent“ für den Bürgerfonds um Spenden wirbt. Für den Bürgerfonds hat das Diakonische Werk das Konto 10108413 bei der EDG Kiel (BLZ 21060237) eingerichtet. Übersetzt in in die neue Welt von BIC und IBAN bedeutet das: IBAN: DE 14 2106 0237 0010 1084 13; BIC: GENO DE F1 EDG. Spender sollten für eine Bescheinigung im Verwendungszweck ihre Adresse angeben. Wer nicht im Tageblatt genannt werden möchte, verweise bitte darauf. Durch Ihre Spende helfen Sie in der Adventszeit und im ganzen Jahr unbürokratisch anderen Menschen in schwierigen Situationen. Die Spenden werden ohne Abzug von Verwaltungskosten weitergegeben. Die Verwaltungskosten trägt der Kirchenkreis.

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